Österreich
Posse um Anti-Terror-Mauer von Wien

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Wahlkampfpannen häufen sich

Für Kern entwickelt sich die Posse um „Poller statt Mauer“ vor seinem Amtssitz unterdessen zu einer weiteren Panne in einem bislang unglücklichen Wahlkampf. Der mit so viel Verve gestartete SPÖ-Chef liegt nach den letzten Umfragen weiter hinter seinem Herausforderer, Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), zurück. Nach einer Umfrage des Boulevardblatts „Österreich“ vom Sonntag kommt Kurz als Kanzlerkandidat derzeit auf 31 Prozent, Amtsinhaber Kern aber nur auf 24 Prozent – genauso viel wie der rechtspopulistische FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Vor allem in Sachen Glaubwürdigkeit und Sympathie liegt Kurz deutlich vor Kern.

Weitere Fehler im heiß laufenden Wahlkampf kann sich Kern angesichts der Lage nicht mehr leisten. Zuletzt lief es für den Kanzler gar nicht gut. Am Wochenende hatte das österreichische Nachrichtenmagazin „Profil“ aufgedeckt, dass die SPÖ bei einer Wiener Werbeagentur Videos in Auftrag gegeben hatte, die den politischen Gegner Sebastian Kurz diskreditieren sollten.

„Diese Videos wurden von uns nicht direkt beauftragt. Tal Silberstein, der von uns mit der Abwicklung von Umfragen und Fokusgruppen beauftragt war, hat verschiedenste Konzepte entworfen, um diese in Fokusgruppen abzutesten. Dafür wurde ein Video produziert“, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler zur Erklärung. ÖVP-Chef Kurz zeigte sich unterdessen betroffen. „Ich appelliere an Bundeskanzler Christian Kern, alle Schmutzkübelgeschichten der SPÖ im Internet gegen die politischen Mitbewerber einzustellen“, fordert der konservative Kanzlerkandidat.

Angesichts der Defensive im Duell um die Macht sorgte Kerns Kampagnenchef für eine unerwartete Replik. „Dass Sebastian Kurz erneut behauptet, die SPÖ würde Geld und Energie in angebliches Dirty Campaigning gegen ihn stecken, legt nur offen, dass die ÖVP es vermeidet, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen“, konterte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Niedermühlbichler im Auftrag seines Parteichefs.

Kanzler Kern hat nicht nur inhaltlich ein Problem, sondern griff auch bei seiner Personalwahl daneben: Erst im August musste er sich von seinem Wahlkampfberater Tal Silberstein trennen. Der Datenspezialist wurde in Israel verhaftet. Ihm werfen die israelischen Ermittlungsbehörden unter anderem Bestechung und Geldwäsche im Zusammenhang mit einer Mine im westafrikanischen Guinea vor.

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Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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  • Der Salzburger Bürgermeister wartet im Knast schon auf seine Wiener-Spezis.

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