Österreichs Finanzminister Schelling
Frankreich will Eurogruppen-Chef stellen

Das Amt des Euro-Gruppenchefs ist eigentlich für die „kleinen“ Staaten vorgesehen. So bewerben sich wohl Luxemburg und die Slowakei auf die Nachfolge von Dijsselbloem. Diesmal ist aber scheinbar auch Frankreich im Spiel.
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WienFrankreich und mindestens zwei andere Länder bemühen sich nach Angaben des österreichischen Finanzministers Hans Jörg Schelling um die Nachfolge von Jeroen Dijsselbloem als Vorsitzender der Euro-Gruppe. Er gehe davon aus, dass es drei bis vier Kandidaten geben werde, sagte Schelling am Freitag bei einer Investoren-Konferenz in Wien. Im Rennen seien nach seiner Meinung Luxemburg und die Slowakei. „Und interessanterweise, erstmals in der Geschichte der Euro-Gruppe, versucht's ein Großer, nämlich Frankreich.“ Das sei bisher ein Tabu gewesen.

Über eine Bewerbung des französischen Finanzministers Bruno Le Maire war bereits spekuliert worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat immer wieder für eine Reform der Euro-Zone geworben und ein eigenes Budget sowie einen Finanzminister für den Währungsraum ins Spiel gebracht.

In Luxemburg wird das Finanzressort derzeit vom Liberalen Pierre Gramegna geführt, in der Slowakei vom Sozialdemokraten Peter Kazimir. Einem möglichen Kandidaten aus dem konservativen Parteienlager werden wegen der aktuellen Verteilung der EU-Spitzenposten ohnehin wenig Chancen auf den Job an der Spitze der Euro-Gruppe eingeräumt.

Über die Nachfolge von Dijsselbloem, dessen Amtszeit im Januar endet, wollen die Mitglieder der Euro-Gruppe bei ihrer Sitzung Anfang Dezember entscheiden. Der Vorsitzende des informellen Gremiums organisiert die regulär einmal im Monat stattfindenden Beratungen und lotet Kompromisse bei der gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftspolitik der 19 Länder aus. Er wird mit einfacher Mehrheit für zweieinhalb Jahre gewählt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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