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Österreichs neuer Präsident gilt Ausgleicher

Ein erfahrener Spitzenpolitiker hat den Sprung auf den Bundespräsidentenstuhl in Österreich geschafft: Der Sozialdemokrat Heinz Fischer (65) ist vor allem als Parlamentspräsident und Mann des Ausgleichs ein Begriff.

HB WIEN. In seiner Partei war er auch als Außenminister und sogar als Bundeskanzler im Gespräch gewesen.

Fischer wurde am 9. Oktober 1938 in Graz als Sohn einer in der Sozialdemokratie verwurzelten Familie geboren. Nach Abschluss seines Jura-Studiums 1961 in Wien kam er zum ersten Mal mit dem Nationalrat (Parlament) als Mitarbeiter des Vize-Vorsitzenden in Berührung. Schon als Student war Fischer politisch aktiv - und schon damals versuchte er sich als Vermittler zwischen dem radikaleren linken Studentenflügel und den sozialdemokratischen Pragmatikern.

Jahr um Jahr diente er sich in der Parteihierarchie nach oben. Er wurde Sekretär der SPÖ-Parlamentsfraktion, deren Geschäftsführer und - nach einem Zwischenspiel als Forschungsminister - Fraktionschef. 1990 schließlich wurde er zum Präsidenten jener Kammer gewählt, der er seit 1971 angehört. Der ausgewiesene Verfassungsexperte musste diesen Posten mit dem Verlust der SPÖ-Mehrheit im Herbst 2002 räumen.

Fischers Wille, in politischen Auseinandersetzungen immer den Ausgleich zu suchen, geht so weit, dass ihm Kritiker manchmal Konfliktscheue nachsagten. Als Politiker, der gerne im Hintergrund die Fäden zieht anstatt in der ersten Politreihe zu stehen, zeichnete der politische Ziehsohn des legendären Bundeskanzlers Bruno Kreisky (1970-1983) in den vergangenen Jahren die SPÖ-Linie maßgeblich vor.

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