Österreichs Wirtschaftsdaten trüben sich ein
In Wien grassiert die deutsche Krankheit

„Österreich, das bessere Deutschland“, „Wirtschaftswunderland Österreich“, „Erfolgsmodell Österreich“ – so lauten Zitate aus deutschen Zeitungen, die Österreichs regierende Volkspartei jüngst auf Plakate drucken ließ. Das Bild, das die Regierung so stolz zeichnet, zeigt neuerdings jedoch Risse.

WIEN. Zuerst musste die Regierung ein magereres Wachstum als gedacht hinnehmen. Dann kam Anfang des Monats der Schock, als die Arbeitslosenzahlen bekannt wurden und ein trübes Bild zeigten. Seither wird in Wien darum gerungen, ob nicht das Budget zugunsten von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker in Anspruch genommen werden darf. Können sich die Befürworter durchsetzen, dürfte es mit Österreichs mustergültigem Abschneiden beim Staatsdefizit vorbei sein.

Das führende österreichische Wirtschaftsinstitut WIFO hatte bereits in seiner Frühjahrsprognose auf Konjunkturrisiken hingewiesen. Im Juli kam die Bestätigung: Weil sich die Wirtschaft des Euro-Raums in einer Wachstumsschwäche befindet, kommt auch Österreich nicht vom Fleck, schrieben die Ökonomen. Das Wachstum werde sich von 2,2 Prozent auf 1,8 Prozent in diesem Jahr abschwächen. Die Regierung, die zum Jahresbeginn eine Senkung der Körperschaftssteuer umgesetzt hatte, hoffte eigentlich auf mehr.

Nach diesen mageren Daten war das, was am Arbeitsmarkt sichtbar wird, zu erwarten. Im Juli ist in Österreich die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit 1970 geklettert. Nach EU-Rechenmethode sind es 5,1 Prozent. Österreich liegt damit EUweit nicht mehr an erster oder zweiter, sondern nur noch an fünfter Stelle, was das in dieser Sicht erfolgsverwöhnte Land schmerzt.

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