Oettinger auf Handelsblatt-Tagung

„Wir brauchen in Europa die Option des Fracking“

EU-Energiekommissar Günther Oettinger empfiehlt Europa die Gewinnung von Schiefergas nach US-Vorbild. Nur so könne sich der Kontinent aus der Abhängigkeit von Russland befreien.
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EU-Energiekommissar Günther Oettinger auf dem Handelsblatt-Energieforum.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger auf dem Handelsblatt-Energieforum.

WienUm die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern, befürwortet der EU-Energiekommissar Günther Oettinger die Gewinnung von Schiefer-Gas nach amerikanischem Vorbild, in der Branche Fracking genannt. "Wir brauchen in Europa die Option des Fracking, zumindest als Drohung gegen Putin", sagte Oettinger auf der Handelsblatt-Tagung Energiewirtschaft am Montag in Wien. Russland ist bislang wichtigster Gaslieferant in der Europäischen Union. Noch liefert das von Wladimir Putin regierte Land vier Fünftel des Gases.

Der Energie-Kommissar drängt auf niedrigere Strompreise, damit es zu keiner Abwanderung der Industrie in Europa kommt. "Unsere Industrie hält keinen dreifachen Gas-Preis aus", sagte der frühere baden-württembergische Ministerpräsident in Anspielung auf die niedrigen Preise in den USA. "Die Strompreise sind in Europa zu hoch und in meinem Heimatland viel zu hoch", kritisierte der CDU-Politiker. Beispielsweise beim österreichischen Stahlkonzern Voestalpine seien die Energiepreise sehr viel wichtiger als die Arbeitskosten.

Noch könne sich Europa Gelassenheit leisten. Doch die Uhr tickt für eine energiepolitische Umkehr zu Gunsten auch umstrittener Energiegewinnungsmethoden wie dem Fracking. "Uns geht es noch gut. Doch ein Weckruf muss jetzt her", appellierte Oettinger vor Energiemanagern.

Oettinger sieht Europa unter Zugzwang
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30 Kommentare zu "Oettinger auf Handelsblatt-Tagung: „Wir brauchen in Europa die Option des Fracking“"

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  • Putin drohen?
    Selten so gelacht! Das deutsche Wirtschaftsministerium scheint das nicht so eng zu sehen, oder warum hat man dort keine Einwände gegen den Tausch zwischen Wintershall (BASF) und Gazprom. Danach erhalten die Deutschen Anteile an großen Gasvorkommen in Sibirien, während die Russen künftig die volle Kontrolle über das bisher von Wintershall und Gazprom gemeinsam betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft bekommen. Es fehlt nur noch die Zustimmung der Aufsichtsbehörden in Brüssel.

  • Eine Verlotterung, in den Bereichen POLITIK, Arbeit und Finanzen !

    Armselig, was sich seit ROT/Grün entwickelt hat !

  • Was will der, „Wir brauchen in Europa die Option des Fracking“, ich finde wir brauchen in Deutschland bzw. Europa einen Ort wo Leute wie Oettinger, Schäuble und Co. adäquat behandelt werden können. Ich denke genannte Herren sollten einen Gustl Mollath nach einer geeigneten Einrichtung fragen, der kennt bestimmt noch die Adresse.

  • Mensch, sich so offensichtlich als Kandidat der US-Schmierliste der Energielobby zu outen ist mehr als peinlich!

    Passt zu CDU. Da gibt es zahllose Abgeordnete, auch in hoher Stellung, die offensichtlich von der US-Lobby instrumentalisiert werden.

    Na, da können wir uns aber schon auf das US-"Handelsabkommen" freuen! Ade Demokratie, Mitbestimmung, Umweltschutz und Datenschutz - alles im Sinne einer egoistischen auf Gewinn getrimmten Wirtschaft, die über Leichen geht.

  • Ich werde ganz krank bei dem Gedanken, dass Oettingers überhöhtes Gehalt von meinen Steuergeldern finanziert wird und hoffe, dass die Deutschen wenigstens bei der Eruopawahl diesen Wahnsinn abwählen.

  • Warum soll man in Europa für hohe Kosten und unabsehbaren Folgen für die Natur Fracking betreiben wenn man das Gas billiger in Russland fördern und nach Europa exportieren kann? Nur weil das Gas aus Russland kommt ist russisches Gas kein schlechtes Gas.

    Deutchland importiert ja schliesslich auch andere Waren aus dem Ausland welche dort besser produziert werden können wie zB Rotwein aus Südafrika und Chile oder seltene Erden aus China.

    Sollen doch die Amerikaner ruhig voran gehen und den Markt mit ihrem gefrackten Gas überschwemmen - von dem höheren golbalen Angebot profitiert auch Europa.

    Erst wenn die Quellen aus dem Ausland zu versiegen drohen und die Gaspreise in dramatischer Höhen steigen würde Fracking in Europa vielleicht auf dem Papier betrachtet wirtschaftlich rentabel sein.

    Momentan werden in Rusland zB relativ leicht zugängliche Gasfelder vorerst nicht angezapft weil die Preise für Gas wegen dem ganzen Fracking nicht so hoch sind und die USA als importeur von Russischem Gas weggefallen ist.

    In ferner Zukunft gibt es vielleicht auch bessere Erkenntnisse über die ökologischen folgeschäden und hoffentlich verfeinerte Methoden des Fracking welche die Umwelt nicht so stark belasten.

  • Das ab-Fracking der ganzen Politikmarionetten ist schon längst überfällig.:-)

  • „Wir brauchen in Europa die Option des Fracking“

    Die brauchen wir mit Sicherheit NICHT, denn niemand weiß was der MÜLL der da in die Erde gepreßt wird. in einigen oder Jahrzehnten dort oder anders wo anrichtet, denn der wird sicher nicht auf Ewigkeit an Ort und Stelle bleiben, oder mit anderen Stoffen reagieren.
    Aber wir werden es schon schaffen unseren Planeten durch Überbevölkerung und Raubbau über und unter der Erde zu zerstören.

  • Oettinger, Barroso, Schulz, Roumpy & Co. In Brüssel sitzt nur die Crème de la Crème.

    Alles bescheidene unbestechliche Figuren, die sich in ihren Heimatländern bereits große Verdienste gemacht haben.

    Für Europa nur das Beste.

  • Das Energieproblem mit Fracking zu lösen, ist so als würde man ein Feuer mit Benzin versuchen zu löschen.

    Was nutzen uns die eigenen Gasquellen und Jobs wenn wir kein Wasser zum Trinken mehr haben.

    Am Ende ist Wasser wichtiger als ein paar Jahrzehnte Gas aus eigenen Quellen.

    Weiterhin ist eben auch Fracking ein extrem teures und Umweltschädliches verfahren.

    Irgendwann kommt die Giftsuppe wieder hoch, die man da herunterpumpt.

    Saubere, bezahlbare Energie ist notwendig und auch möglich.


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