Offenbar Streit um Machtverteilung und Rolle des Islams
Unterzeichnung von Iraks Verfassung vertagt

Die Unterzeichnung der neuen irakischen Verfassung ist verschoben worden. Meinungsunterschiede zwischen den Mitgliedern des Regierungsrats seien noch zu groß, hieß es.

HB BERLIN. Der von den USA eingesetzte irakische Regierungsrat hat sich nicht in der vorgesehenen Frist auf eine neue Verfassung einigen können. Die für das Wochenende geplante Unterzeichnung wurde auf Mittwoch verschoben.

Das Gremium hatte bis spät in die Nacht beraten. Dabei seien jedoch keine Beschlüsse gefasst worden, sagte Ratsmitglied Adnan Pachachi in Bagdad. Beobachter werten die Verzögerung als Folge tiefer Meinungsunterschiede in der Frage der künftigen Machtverteilung und zur gesellschaftlichen Rolle des Islams.

Ein Vertreter der US-geführten Koalition sagte jedoch, der Grund für den Aufschub sei das schiitische Trauerfest Aschura. Es sei «unpassend, eine offizielle Zeremonie vor dem Ende von Aschura abzuhalten».

Am Samstag hatte sich US-Zivilverwalter Paul Bremer mit den 25 Mitgliedern des Regierungsrats getroffen. Die US-Besatzungsmacht will die politische Verantwortung für das Land zum 30. Juni an die Iraker übergeben. Die Verfassung soll als Grundlage dafür dienen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%