Offenbar Waffenlieferung vereinbart
Syriens Assad wartet auf Russlands Raketen

Russland will nach israelischen Informationen offenbar Flugabwehrraketen an Syriens Präsident Baschar al-Assad liefern. Das würde die Fronten im Bürgerkrieg verhärten. Und auch die Lage in den Nachbarländern verschärfen.
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DamaskusEs ist Russlands Außenminister Sergej Lawrow, der die Hoffnung auf ein Ende des blutigen Bürgerkriegs in Syrien nährt. Noch in diesem Monat soll eine internationale Konferenz einberufen werden, sagte er nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry. Die gemeinsame Initiative steht allerdings im kompletten Widerspruch zu der Nachricht, die das „Wall Street Journal“ am Donnerstag verbreitet. Danach steht Russland kurz davor, hochgerüstete Flugabwehrraketen an Syrien zu liefern – was Präsident Assad stärken und den Krieg weiter anheizen würde. Die Zeitung bezieht sich auf israelische Informationen, die nun von US-amerikanischer Seite überprüft werden sollen.

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad bemüht sich seit Jahren um den Kauf des russisches S-300-Raketensystems, das sich sowohl zur Bekämpfung von feindlichen Flugzeugen als auch von ballistischen Raketen einsetzen lässt. Westliche Staaten haben Russland wiederholt gedrängt, die Lieferung zu unterlassen. Das Abwehrsystem könnte im Fall einer internationalen Intervention in Syrien auch gegen ausländische Kampfflugzeuge zum Einsatz kommen.

Israel will nun aber herausgefunden haben, dass Syrien im Rahmen eines schon 2010 vereinbarten Waffenkaufs in Höhe von 900 Millionen US-Dollar nun eine Zahlung an Moskau geleistet hat. Russland gilt neben dem Iran als Verbündeter Syriens, was ein aktives Eingreifen der internationalen Gemeinschaft in den Syrien-Konflikt kompliziert macht. Dabei sind seit Beginn des Aufstands gegen Baschar al-Assad im März 2011 nach UN-Angaben schon mindestens 70.000 Menschen in den Kämpfen umgekommen.

Israel hat Russland aufgefordert, von einem Verkauf eines Flugabwehrsystems an Syrien Abstand zu nehmen. Auch die USA hätten in Moskau Bedenken angemeldet, sagten israelische Regierungsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. US-Außenminister John Kerry sprach sich allgemein gegen russische Waffenverkäufe an Syrien aus, ohne direkt auf den Bericht über die Verkaufspläne einzugehen.

Russland hatte sich besorgt über die Einsätze gezeigt, die in Moskau als Vorboten von Luftangriffen westlicher Staaten gesehen werden. Die russische Regierung ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten von Assad und hat zusammen mit China Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu Syrien verhindert. Kerry sagte während eines Besuchs in Rom, die USA hätten sich bereits in der Vergangenheit gegen den Verkauf von Raketen an Syrien ausgesprochen, weil diese als Bedrohung für Israel gesehen werden könnten.

Weder die Regierungen in Moskau noch in Damaskus nahmen zunächst zu den Berichten über das Raketensystem Stellung.

Experten gehen davon aus, dass es nach der Lieferung mehrere Monate dauern wird, bis das Abwehrsystem einsatzbereit ist. Ohnehin dürfte die S-300 keine große Herausforderung für die israelische Luftwaffe darstellen, sagte Robert Hewson von IHS Jane's. Das System sei bereits länger im Einsatz. "Besonders Israels Freunde verfügen daher über eine Menge Informationen darüber, wie man mit dem System umgeht." "Es ist keine Wunderwaffe", sagte Hewson.

Die Auswirkungen des Bürgerkriegs haben aber auch das Leben Zehntausender Jordanier verändert – vor allem im Norden des Landes, entlang der 370 Kilometer langen Grenze zu Syrien. Da sind die Querschläger, die in jordanischen Dörfern einschlagen. Aber auch die rund 500.000 syrischen Flüchtlinge, die in dem Königreich Zuflucht gefunden haben und nun versorgt werden müssen.

Die jüngste Luftoffensive syrischer Regierungstruppen gegen Rebellen im Grenzgebiet hat die Lage weiter verschärft. Allein in der letzten Aprilwoche schlugen über 50 Sprengkörper aus Syrien auf jordanischem Boden ein, wie Anwohner berichten. Viele Hektar Weideland verbrannten, und nahe der Grenzstadt Mafrak blieben die Schulen geschlossen. Viele Jordanier halten einen Krieg zwischen beiden Ländern inzwischen für wahrscheinlich, auch wenn ihre Regierung abwiegelt.

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  • Israelis sind "Palästinenser" !!!

  • Wieso sehen Sie das so national ? Sind es nicht eher
    einzelne Entscheidungsträger, die sich gute Chancen
    ausrechnen mit aggressivem Auftreten Vorteile zu
    verschaffen. Wenn Macht und Einfluss so gross sind,
    dass es weltweite Auswirkungen auf Finanzen/Wirtschaft
    Politik und Militär hat. Saudi-Arabien hat sicher eine
    grosse Geld-Macht in dieser Nahost-Region, der Iran
    hat eine grosse Bevölkerung mit zunehmender Raketen-Technik, die USA haben ihren unübersichtlichen miltär-
    industriellen Komplex, Russland seine schwer zu ortenden
    Atom-Uboote, wir haben einige Atom-Mächte auf der Welt,
    und Israel hat eben bei allen Fähigkeiten und Einfluss-
    möglichkeiten eine stark gespaltene Bevölkerung, was
    von den Regierenden fleissig genutzt wird. Die Welt hat
    sich auch schon bekriegt als es noch kein Israel gab.

  • Wieso ? Wenn die ausländischen Angriffe aufhören
    kann man sich besser auf die inneren Konflikte
    konzentrieren. Wenn die USA ihren Mann (Hitto)
    als Chef (ohne Verhandlungswillen) abziehen und
    den Syrer al-Khatib (der zu Verhandlungen bereit
    war) wieder als Führer der Rebellen ermöglichen,
    also den falschen Schritt von Anfang 2013 rückgängig
    machen, könnte etwas Konstruktives draus werden.
    Die Syrer sind kriegs-müde, es liegt wohl eher an
    den ausländischen Interessen ... .

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