Offener Brief
Soros bringt die Elite gegen Finanzkrise in Stellung

George Soros mobilisiert etwa 100 Unterstützer im Kampf gegen die Finanzkrise. In einem offenen Brief fordern Politiker, Wissenschaftler und Geschäftsleute radikalere Lösungen. Dazu bekennen sich auch einige Deutsche.
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LondonDer US-Investor George Soros hat etwa 100 Politiker und Ökonomen, Unternehmer und Manager aus ganz Europa im Kampf gegen die Finanzkrise vereint. Gemeinsam wenden sie sich in einem offenen Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, an die Regierungen der Eurozone: "Die Eurokrise muss sofort gelöst werden", appellieren sie, "die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus."

Sie fordern daher unter anderem die Gründung eines Finanzinstituts, das ähnlich wie ein Finanzministerium finanzielle Mittel für die Eurozone als Ganzes beschaffen und für Haushaltsdisziplin in den Mitgliedsländern sorgen kann. Zudem setzen sie sich für eine stärkere Überwachung und Regulierung des Finanzsystems ein.

Soros hat bereits vor gut einem Monat vor einer erneuten Großen Depression gewarnt und ein energischeres Vorgehen im Kampf gegen die Eurokrise verlangt. Jetzt haben sich zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hinter seine Position gestellt.

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören unter anderen der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer sowie der einstige Finanzminister Hans Eichel, der Ex-Chefökonom der Deutschen Bank Norbert Walter und der ehemalige Diplomat Wolfgang Ischinger, der britische Historiker und Publizist Timothy Garton Ash, die italienische Politikerin Emma Bonino, der polnische Publizist und Politiker Tadeusz Mazowiezki und der ehemalige Nato-Generalsekretär Javier Solana, die Ökononem Peter Bofinger und Charles Goodhart, die Geschäftsleute Diego Hidalgo aus Spanien und Stelios Zavvos aus Griechenland.

Sie alle fordern eine europäische Lösung. Denn das Streben nach nationalen Lösungen führe unweigerlich zum Zusammenbruch, heißt es in dem offenen Brief.

"Wir müssen jetzt handeln und wir müssen entschlossen handeln", ergänzte Joschka Fischer in einer Telefonkonferenz. Es steht nicht der Euro auf dem Spiel, sondern das gesamte Projekt Europa. Man dürfe nicht zulassen, dass dies scheitere, forderte er eindringlich.

Kommentare zu " Offener Brief: Soros bringt die Elite gegen Finanzkrise in Stellung"

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  • Wer glaubt denn diesen Blödsinn.
    Wenn Soros ein Investor ist nutzt er die Chance des Euro Crash um davon zu profitieren und nicht die Krise versuchen zu beseitigen.
    Soros ist mit der Wette gegen das Pfund gross geworden und hatte 2009 schon gegen den Euro gewettet, 100% ist er noch voll gegen den Euro aufgestellt, denn er weiss die Probleme wurden nur aufgeschoben und das Verfallsdatum naht. Fakten wie die Wirtschaftszahlen aus Griechenland, Spanien und Italien kann man nicht vertuschen. Natürlich benutzt man den Namen Soros jetzt um die Spekulanten zu manipulieren - Wenn Soros schon nicht gegen den Euro wettet, dann brauch ich es gar nicht erst versuchen. Dieser Artikel ist schon so offensichtlich gelogen, das man schon morgen die Euros verkaufen sollte. Der Euro wurde ja gerade erst durch die EZB auf 1.39 manipuliert, was für ein schöner Kurs zum abverkaufen, wenn man noch welche hat. Good Bye Euro

  • Mit Joschka Fischer und Hans Eichel hat Soros ja die richtigen Vertreter der bundesdeutschen Negativelite unter seinem Papier versammelt. Beide haben während ihrer Regierungszeit kräftig für die Interessen der Hochfinanz gewirkt, und sind mitverantwortlich für die eskalierenden Riesenprobleme. Fischer ist heute noch als gutbezahlter Lobbyist für diese Herrschaften unterwegs. Wer solche "Eliten" hat, braucht keine Feinde mehr.

  • Ach, schon wieder diese komische „Elite“... Ich habe einen viel radikaleren und auch einfacheren Vorschlag: Marktwirtschaft! Und für alle, die sich nicht mehr erinnern, was das mal bedeutete: Marktwirtschaft heißt, das diejenigen, die schlecht wirtschaften, pleite gehen. Eine einfache und effektive Lösung. Das hätte den positiven Nebeneffekt, dass wir in einem Abwasch auch gleich noch von dieser „Elite“ erlöst würden. Traurig, dass Sie denen noch ein Sprachrohr bieten.

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