Offensive gegen IS
US-Militärchef besucht Irak

Die USA entsenden ihren Militärchef Martin Dempsey zu Gesprächen in den Irak und wollen so ihre Offensive gegen den islamischen Staat ausweiten. Außerdem sollen schon bald mehr US-Soldaten im Irak stationiert werden.
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BagdadUS-Generalstabschef Martin Dempsey ist überraschend zu einem Besuch im Irak eingetroffen. Das berichtete das Staatsfernsehen am Samstag. Es ist der erste Aufenthalt des Amerikaners in dem Land seit Beginn der von den USA geführten Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Im Norden von Bagdad ging die Serie von Anschlägen mutmaßlicher sunnitischer Extremisten auch am Samstag weiter. Bei der Explosion zweier Autobomben starben sechs Menschen, 25 weitere wurden verletzt.

Dempsey besuchte den Irak einen Tag nach dem bisher größten Erfolg des von den USA unterstützten irakischen Militärs im Kampf gegen den IS: Regierungstruppen vertrieben am Freitag die Extremisten aus der strategisch wichtigen Ölstadt Baidschi 250 Kilometer nördlich von Bagdad. Dort befindet sich die größte Ölraffinerie des Landes.

Der IS hält seit seinem schnellen Vormarsch im Juni etwa ein Drittel des Iraks und des Nachbarlands Syrien unter seiner Kontrolle. Die sunnitische Terrormiliz verlor seit Beginn der US-geführten Luftangriffe im Irak und Syrien Hunderte ihrer Kämpfer. Auch bei Gefechten um die syrisch-kurdische Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei machten kurdische Kämpfer nach Angaben von Aktivisten am Freitag weiter Boden gegen den IS gut.

Dem US-Kongress hatte Dempsey vor zwei Tagen gesagt, dass die USA die Entsendung einer kleinen Zahl Soldaten in Erwägung zögen, um an der Seite irakischer Truppen zu kämpfen. Die USA haben Milliarden an Dollar in die Ausbildung der irakischen Armee gesteckt.

Dempsey sagte am Donnerstag, irakische Soldaten machten im Kampf gegen den IS inzwischen einen besseren Job als bei der massiven Offensive der Extremisten im Sommer. Allerdings würden Bemühungen, um in die von den IS-Kämpfern eingenommene Stadt Mossul vorzurücken oder die Grenze zu Syrien wiederherzustellen, komplexere Operationen voraussetzen, sagte er.

Die USA hätten derzeit eine „bescheidene Truppe“ im Irak, und jegliche Ausweitung würde ebenfalls „bescheiden“ ausfallen. „Ich kann bloß keine Situation absehen, wann es in unserem Interesse wäre, diesen Kampf mit einem großen Militärkontingent zu übernehmen“, sagte Dempsey.

Die beiden Autobomben, die am Samstag in Bagdad explodierten, richteten sich gegen einen Militärposten, an dem sich Soldaten und Sicherheitskräfte aufhielten. Zu dem Anschlag bekannte sich niemand, doch werden hinter solchen Angriffen meist sunnitische Extremisten vermutet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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