Offensiven gegen IS im Irak

Peschmerga in Kobane beziehen Stellung

Deutschland und andere Staaten haben den Kurden im Nordirak Waffen geliefert. Mit ihnen wollen die Peschmerga die IS-Miliz aus der Sindschar-Region vertreiben. Auch im umkämpften Kobane wächst die Hoffnung auf Rettung.
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Vor dem Einsatz: Die kurdischen Peschmerga wurden durch Soldaten der Bundeswehr auf einer Schießanlage nahe der nordirakischen Stadt Erbil in die Handhabung des G3-Sturmgewehrs eingewiesen. Quelle: dpa

Vor dem Einsatz: Die kurdischen Peschmerga wurden durch Soldaten der Bundeswehr auf einer Schießanlage nahe der nordirakischen Stadt Erbil in die Handhabung des G3-Sturmgewehrs eingewiesen.

(Foto: dpa)

Bagdad/Kobane -

Kurdische Peschmerga haben im Nordirak eine neue Offensive begonnen, um die Stadt Sindschar aus der Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu befreien. Die Kämpfer griffen die Extremisten aus mehreren Richtungen mit schweren Waffen an, sagte ein Vertreter der kurdischen Kräfte der Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Der IS habe nicht näher bezifferte Verluste erlitten.

Im nordsyrischen Kobane bezogen die Peschmerga aus dem Nordirak kurz nach Ankunft in der Stadt ihre Stellungen. Rund 150 Kämpfer sollen den Kurden helfen, die belagerte Stadt gegen den IS zu verteidigen. Im Schutz der Dunkelheit hatte die langersehnte Verstärkung am Freitagabend die türkisch-syrische Grenze mit schweren Waffen überquert, während die US-Luftwaffe IS-Stellungen bombardierte.

Peschmerga-Konvoi in Kobane eingetroffen

Die heftigen Kämpfe zwischen den kurdischen Volksschutzeinheiten und den Terroristen gingen in der Nacht zum Samstag weiter, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Der IS belagert die Stadt von drei Seiten. Die Terrormiliz beherrscht das Umland und rund 60 Prozent von Kobane. Ein Sieg wäre für sie militärisch, vor allem aber auch symbolisch ein großer Erfolg, da selbst US-Luftangriffe sie nicht hätten aufhalten können.

Nach Angaben der syrischen Menschenrechtler kamen im vergangenen Monat im syrischen Bürgerkrieg fast 5800 Menschen ums Leben, darunter mehr als 1000 Zivilisten. 251 der Getöteten seien Kinder gewesen.

Die IS-Extremisten hatten die nordirakische Sindschar-Region nordwestlich der Millionenstadt Mossul im August überrannt und die kurdischen Peschmerga vertrieben. Rund 200 000 Menschen flohen damals aus Angst vor Gewaltakten des IS. Die meisten von ihnen gehörten zu der religiösen Minderheit der Jesiden.

Mit Hilfe von US-Luftangriffen gelang es den Peschmerga Mitte August, einige verlorene Gebiete zurückzuerobern, darunter den Mossul-Staudamm. Die nordirakischen Kurden kämpfen mittlerweile mit moderneren Waffen, die sie vor allem aus dem Westen erhalten haben. Deutschland hat ihnen unter anderem 500 Panzerabwehrraketen, 16 000 Sturmgewehre und mehrere Millionen Schuss geliefert.

Im Westen des Iraks begann die Armee ebenfalls eine Offensive gegen die Extremisten. Unterstützt von Luftschlägen der internationalen Koalition hätten die Soldaten den IS östlich der Stadt Ramadi angegriffen, meldete die Nachrichtenseite Al-Sumaria News.

In der Region sollen die Extremisten in den vergangenen Tagen mehr als 200 Mitglieder eines Stammes getötet haben, der gegen den IS gekämpft hatte. Viele der Opfer wurden laut Medienberichten in einem Massengrab verscharrt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte in einer Erklärung den Mord an den Stammesangehörigen. Das „Verbrechen“ zeige die Brutalität des Islamischen Staates.

  • dpa
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