Offizielles Endergebnis
Kadima siegt offiziell in Israel

Auch nach dem offiziellen Endergebnis der Parlamentswahl bleibt die liberal-konservative Kadima-Partei knapp vor dem rechtsgerichteten Likud in Führung. Dennoch wird der Likud-Block von Oppositionsführer Benjamin Netanjahu höchstwahrscheinlich den Posten des Regierungschefs für sich beanspruchen.

HB JERUSALEM. Wie die Wahlkommission am Donnerstag mitteilte, erhält die Partei von Außenministerin Zipi Livni 28 der 120 Sitze in der Knesset. Der rechtsgerichtete Likud-Block von Oppositionsführer Benjamin Netanjahu liegt an zweiter Stelle mit einem Sitz weniger. Die Hoffnung des ehemaligen Ministerpräsidenten, dass die Auszählung der letzten Stimmen noch eine Wende bringen könnte, erfüllten sich damit nicht. Angesichts der Mehrheit des rechten Lagers im Parlament gilt es aber als wahrscheinlich, dass Netanjahu weiterhin den Posten des Regierungschefs für sich beanspruchen wird. Er kann auf die Unterstützung des Ultranationalisten Awigdor Lieberman zählen, dessen Partei Israel Beiteinu mit 15 Sitzen drittstärkste Kraft wurde. Die ultraorthodoxe Schas-Partei erhielt laut Endergebnis elf Sitze. Im linken Spektrum gewann die Arbeitspartei dagegen lediglich 13 Sitze.

Präsident Schimon Peres muss innerhalb von zwei Wochen entscheiden, welchen Kandidaten er mit der Regierungsbildung beauftragt. Traditionell erhält die größte Partei in der Knesset den Zuschlag. Da das rechte Lager 65 Mandate, das linke aber nur 55 Sitze hält, könnte es diesmal anders kommen. Es wäre das erste Mal in der 60-jährigen Geschichte des Landes, dass ein Wahlsieger nicht den Auftrag zur Regierungsbildung erhält. Vor der Veröffentlichung des Endergebnisses war spekuliert worden, dass die endgültige Auszählung der Wählerstimmen Netanjahu den Ausgleich bringen könnten. Hintergrund waren die mehr als 150 000 in Feldlagern, Gefängnissen und diplomatischen Vertretungen abgegeben Stimmen, die bis dahin unberücksichtigt geblieben waren.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte in einem Zeitungsinterview an die künftige israelische Regierung, am Friedensprozess im Nahen Osten festzuhalten. „Egal zu welcher Koalition es kommt: Ich hoffe inständig, dass sie den mühsamen Weg zum Frieden weitergeht. Dazu gibt es keine Alternative“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“ (Freitagausgabe).

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