Offizielles Ergebnis
Übergangspräsident gewinnt Wahl in Kirgisien

Der Übergangspräsident des zentralasiatischen Landes Kirgisien, Kurmanbek Bakijew hat die Präsidentenwahl mit einem deutlichen Vorsprung vor seinen Mitbewerben gewonnen.

HB BISCHKEK. Bakijew habe 88,9 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission am frühen Montagmorgen nach der Auszählung von 95 Prozent der abgegebenen Stimmen mit. Bakijew leitet seit dem Sturz von Präsident Askar Akajew im März übergangsweise die Staatsgeschäfte und war als Favorit in die Wahl gegangen.

Europäische Beobachter bewerteten den Ablauf der Wahl positiv. "Diese Wahl war ein Schritt nach vorn, wenngleich es einige Mängel gab", sagte der Vertreter des Europäischen Parlaments, Albert Jan Maat. Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) urteilten, in der früheren Sowjetrepublik sei der Wille zu demokratischen Wahlen spürbar gestiegen. Nur in Einzelfällen hätten Beobachter von offensichtlichen Manipulationen und unerklärlichen Auszählungsergebnissen berichtet.

Bakijew hatte im Mai eine Vereinbarung mit seinem aussichtsreichsten Konkurrenten Felix Kulow getroffen, die ihm den Sieg praktisch sicherte: Der unter Akajew inhaftierte Oppositionspolitiker Kulow verzichtete auf eine Kandidatur und erhielt im Gegenzug von Bakijew das Versprechen, im Falle seines Sieges Regierungschef zu werden.

Viele Wähler hätten zwar lieber für Kulow gestimmt, gaben dann aber nach eigener Aussage ihre Stimme für Bakijew ab, in dem sie vor allem einen “Garanten für Stabilität“ in dem nach wie vor unruhigen Land sahen. Im März hatten Demonstranten den Regierungssitz in der Hauptstadt Bischkek gestürmt und den seit dem Ende der Sowjetunion regierenden Präsidenten Akajew gestürzt. Der Umsturz folgte auf wochenlange Proteste, die sich an Manipulationen der Parlamentswahlen vom Februar und März entzündet hatten.

Der neue Staatschef Bakijew unterhält nicht nur freundschaftliche Beziehungen zu den zentralasiatischen Nachbarstaaten. In den zurückliegenden Wochen vollzog er außerdem einen Schwenk hin zu Moskau. Er sprach sich unter anderem dafür aus, einen zusätzlichen russischen Armeestützpunkt in Kirgisien einzurichten. Dagegen macht sich Bakijew für eine Schließung des US-Militärstützpunkts in seinem Land stark.

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