Ohne Karenzzeit
Ex-NSA-Chef verteidigt Arbeit für Cybersicherheitsfirma

„Kann ich nicht arbeiten und Cyber-Kram machen?“ Keith Alexander antwortet auf Vorwürfe, die seine Arbeit für ein privates Unternehmen kritisieren. Als Chef der US-Behörde NSA hatte er Zugang zu geheimen Details gehabt.
  • 0

WashingtonEr ist nicht der erste ehemalige Chef einer US- Behörde, der nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst geschäftlich Kapital aus seiner früheren Tätigkeit schlägt. Dennoch sorgte der im März ausgeschiedene Direktor des Geheimdienstes NSA, Keith Alexander, für einiges Aufsehen, als er bekanntgab, dass er an wegweisenden Patenten für Internetsicherheit arbeite.

Alexander hatte beim Geheimdienst Zugang zu streng vertraulichen Details über Kriegführung im Internet, und in den vergangenen Jahren warnte er wiederholt vor Gefahren aus dem Cyberspace für die Privatwirtschaft. Kritiker werfen nun die Frage auf, ob er von den Geheiminformationen profitiert, die er bei der NSA erhielt.

Sie möchten zudem wissen, warum er seine neuen Ideen nicht schon umsetzte, während er noch die Cyberabwehr der Regierung leitete. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP stellte Alexander sich diesen Fragen. Zugleich wollte er dem begegnen, was er als falsche Vorstellungen über sein Unternehmen IronNet Cybersecurity bezeichnet.

Der Vier-Sterne-General im Ruhestand, der neun Jahre lang NSA-Direktor war, sagte, an seiner jetzigen Tätigkeit in seinem Fachgebiet sei nichts Unangemessenes. Alexander leitete darüber hinaus auch das Cyber Command der US-Streitkräfte, das sich mit elektronischer Kriegführung und Internetsicherheit befasst.

„Wenn ich als Gehirnchirurg aus dem Heer ausgeschieden wäre, wäre es nicht ok, wenn ich eine Privatpraxis eröffnen und mit Gehirnchirurgie Geld verdienen würde?“ Er kenne sich eben mit dem Internet aus, erklärte Alexander. „Kann ich nicht arbeiten und Cyber-Kram machen?“

Seine Firma entwickle bis zu zehn Patente und habe Verträge mit drei Kunden abgeschlossen, die er nicht nennen wolle. Die technischen Innovationen bei den Patenten kämen von einem nicht näher bezeichneten Partner und entsprängen nicht direkt Kenntnissen aus seiner Zeit bei der NSA oder dem Cyber Command. Auch als NSA-Direktor meldete er drei Patente an, doch die Rechte daran habe der Steuerzahler. Wolle er, Alexander, sie nutzen, müsse er wie jeder andere Bürger auch eine Genehmigung dafür einholen, sagte er.

Seite 1:

Ex-NSA-Chef verteidigt Arbeit für Cybersicherheitsfirma

Seite 2:

„Kenntnisse über Cybersicherheit sind ein rares Gut“

Kommentare zu " Ohne Karenzzeit: Ex-NSA-Chef verteidigt Arbeit für Cybersicherheitsfirma"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%