Oligarchen an der Themse
„Londongrad“ und seine reichen Russen

London ist das Finanzzentrum Russlands. Restaurants, Wohnungsmakler, Juweliere, Kunstgalerien – alle profitieren von den russischen Geldströmen. Doch die Krim-Krise macht sich auch im Leben der Londoner Russen bemerkbar.
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London„Ich möchte gar nicht mehr darüber reden“, sagt Katharina, die Russin im Italienischkurs, auf die Frage nach Putin und der Ukraine. „Ich verstehe Putin, und ich verstehe die Ukrainer, aber alle meine Arbeitskollegen bedrängen mich und wollen, dass ich Partei ergreife“. Die mehr als 300.000 Russen in Großbritannien fühlen sich unter Beobachtung. Nicht alle sind steinreich, tragen Pelzmäntel, trinken nur Champagner und fahren nie mit der U-Bahn. Katharina arbeitet seit Jahren in einem Londoner Ingenieurbüro, hat einen britischen Pass und fühlt sich als ganz normale Londonerin.

Auch Supermodel Katia Elizarowa, die mit 14 nach London zog, beschwert sich. „Alle kommen und fragen, was ich von Putin halte.“ Nicht einmal Theaterregisseur Andrei Kontschalowski kommt ungeschoren davon, obwohl er nur auf Durchreise hier ist, um Tschechow auf die Theaterbühne zu bringen. „Warum fragen sie mich denn immer nach Putin?“, unterbrach er den Reporter der Londoner Abendzeitung „Evening Standard“. Das Blatt gehört dem russischen Ex-Oligarchen Alexander Lebedev und seinem Sohn Jevgeni, dem Geschäftsführer der Zeitung. Auch Jevgeni hat einen britischen Pass.

Wer eine Million Pfund in britische Staatsanleihen investiert, erhält eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre und kann dann für zehn Millionen Pfund ein Dauervisum beantragen. 433 Visen für Multimillionäre wurden seit 2008 gewährt. Russen sind an der Themse willkommen.

Nun könnten die Beziehungen frostiger werden. „Nehmt ihre Visen, ihre Schlösser, ihre Londoner IPOs ins Visier, dann werden sie Putin absägen. Banks, not Tanks“, forderte der Putin-Gegner und ehemalige Schachweltmeister Garry Kasparow. Er hatte dabei vor allem London im Visier, die Finanzhauptstadt der reichen Russen.

Kommentare zu " Oligarchen an der Themse: „Londongrad“ und seine reichen Russen"

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  • Es gibt nichts schlimmeres als Menschen (z.B. Siemenschef Kaeser), die sich bei kleinsten Schwierigkeiten gleich in die Hose machen, zu jeder Konzession bereit sind und damit immer weiter die Verbrecher dieser Welt stützen.
    Fatal wenn diese Menschen Entscheidungsgewalt inne haben.
    Kein Lügner könnte existieren ohne diejenigen die ihm Glauben schenken. England und damit insbesondere London ist genauso dekadent wie Russland bzw. Moskau. Seit England sich von der werteschaffenden Industrieproduktion, hervorgerufen durch eine lange Liste von Fehlentscheidungen unfähiger Entscheidungsträger, zwangsläufig verabschiedet hat, suchten sie nur noch nach großen Kapitalanlegern ohne sich je zu fragen wo das Geld her kommt und was diese Kapitaleigner representieren. So entstehen riesige Geldblasen ohne jedwede realen Werte dahinter, hervorgerufen von einer Gesellschaft, wo Gier das oberste Leitmotiv ist und wo konstruktive Tugenden wie Ethik und Moral völlig abhanden gekommen sind.

  • Ihr widerspricht euch ständig, Diktatoren machen doch keine Fehler!

  • Putins Fehler war und ist die Macht des Geldes unterschätzt zu haben und die Abhängigkeit Rußlands von diesem, exponential gestiegen seit dem Fall der Mauer und den Westprodukten! Ich glaube kaum, daß sich die Russen (insbesondere die Moskowiten) wieder mit Brot- und Fleischmarken zufrieden geben werden und Polyster am Leib!
    Er sieht sich plötzlich mit etwas konfrontiert, das nicht seiner Welt und Erziehung entspricht.
    Er hat definitiv falsch reagiert und am Ende könnte es ihm sogar den Kopf kosten, wenn die Oligarchen sich gegen in Wenden!

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