Olympia
IOC segnet Fackellauf durch Tibet ab

Das Internationale Olympische Komitee hat zwar "eine Krise" eingeräumt und Peking gemahnt, die moralischen Verpflichtungen in der Menschenrechtsfrage einzuhalten. Andererseits will das IOC den Tibet-Konflikt weiter als politisches Thema betrachten, zu dem man sich nicht äußern wolle. Auch den Weg des Olympischen Feuers durch Tibet hat das Komittee erneut abgesegnet.

HB PEKING. „Das Exekutivkomitee hat die geplante Route nochmals diskutiert und ihr zugestimmt. Das gilt auch für Tibet und seine Hauptstadt Lhasa“, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge auf seiner Pressekonferenz zum Abschluss der einwöchigen Tagungen in Peking.

Der Fackellauf soll die südtibetische Stadt Shannan Diqu am 19. Juni erreichen, am 20. und 21. Juni steht Lhasa auf dem Programm. Dort soll das Feuer auch mit der zweiten Flamme wieder vereinigt werden, die im Mai auf den Mount Everest getragen werden soll.

Der Tibet-Konflikt oder die Frage nach den Menschenrechten in China seien politische Themen, zu denen sich das IOC nicht äußern werde, sagte Rogge weiter. Das IOC dürfe „diese Linie nicht überschreiten“. Ob Peking mit dem Dalai Lama verhandeln solle, sei zudem eine rein innerchinesische Angelegenheit, beschied Rogge die Nachfragen von Journalisten.

Rogge war am Donnerstag mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao zusammengetroffen, wollte sich jedoch nicht zum Inhalt des Gesprächs äußern. Rogge schien seit Donnerstag viel Zuversicht gewonnen zu haben: Nach den chaotischen Protesten rund um den Fackellauf hatte er gesagt, dass die Olympischen Spiele in einer „Krise“ steckten. Das IOC betonte in der Vergangenheit, dass es sich nicht in die Politik einmischen dürfe. Bei der Vergabe-Entscheidung für Peking 2001 wurden von China jedoch unter anderem Fortschritte bei Meinungsfreiheit und Menschenrechten gefordert.

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