Olympische Flamme
Fackellauf auf Mount Everest nur "geübt"

Zunächst kam die Meldung aus China, der umstrittene Fackellauf auf den höchsten Berg der Welt mit einem Ableger der olympischen Flamme habe begonnen. Doch dann hieß es plötzlich: Es gab lediglich eine „vorbereitende Übung“. Die für die eigentliche „Reise der Harmonie“ genutzte Flamme wurde derweil durch Hongkong getragen.

HB PEKING/HONGKONG. Zunächst hatte das Pekinger Fernsehen am Freitag berichtete, dass 50 Bergsteiger den gefährlichen Aufstieg vom Basislager in Tibet auf den mit 8848 Meter höchsten Gipfel der Welt in Angriff genommen hätten.

Exiltibeter kritisieren den Fackellauf in Tibet, weil sie darin die Bestätigung des chinesischen Machtanspruches über ihr Hochland sehen. Die Flamme am Mount Everest ist ein Ableger der olympischen Flamme, die Ende März von Peking aus ihre Reise um die Welt antrat.

Die für die eigentliche „Reise der Harmonie“ genutzte Flamme, auf verschiedenen Etappen von Protesten gegen die Tibet-Politik Chinas begleitet, wurde am Freitag durch die chinesische Hafenmetropole Hongkong getragen.

Mit Jubel und Fahnenschwenken war die Flamme auf chinesischem Boden begrüßt worden. Der Beginn des Fackellaufs in strömendem Regen war nur von kleineren pro-tibetischen Protesten begleitet. Eine Studentin mit einer tibetische Flagge wurde von der Polizei abgeführt. Anders als auf dem chinesischen Festland sind wegen des politischen Sonderstatus der Hafenmetropole anti-chinesische Demonstrationen in Hongkong möglich.

Auf ihrer Reise durch 19 Länder war die Fackel zuvor von massiven Protesten begleitet worden. Vereinzelte Demonstranten in Hongkong wurden aber von dem Jubel hunderter pro-chinesischer Zuschauer übertönt. Patriotische Gruppen hatten am Vortag Flaggen, Abzeichen und T-Shirts verteilt. Die Behörden hatten außerdem mehreren Tibet-Aktivisten die Einreise verwehrt. Zudem sollten rund 3000 Polizisten die Fackel auf der 30 Kilometer langen Etappe beschützen.

Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen kam auch in Hongkong zu Protesten. Die Polizei hielt Demonstranten davon ab, eine tibetische Flagge auszurollen und nahm acht Personen vorübergehend in Gewahrsam. Ein weiterer pro-tibetischer Aktivist wurde von umstehenden Passanten als „Verräter“ und „psychisch krank“ beschimpft und herumgeschubst.

Etwa 25 Demonstranten, die mehr Demokratie forderten, versuchten die Parolen einer Gruppe chinesischer Studenten zu übertönen.

Die Sicherheitsvorkehrungen entlang der Strecke in der früheren britischen Kronkolonie waren streng: zahlreiche Straßen wurden abgesperrt und die Zuschauer auf Abstand gehalten. Etliche Sicherheitskräfte begleiteten die Fackelträger – teils auf Motorrädern.

Erste Läuferin war die Hongkongerin Lee Lai-shan. Die olympische Goldmedaillengewinnerin im Windsurfen bekam die Fackel vom Hongkonger Regierungschef Donald Tsang überreicht.

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