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08.04.2008 

Vor den Spielen 2004 in Athen war die Flamme erstmals auf Welttour geschickt worden. Das vermeintlich emotionale Schauspiel ist inzwischen zu einer weltweiten Inszenierung mit riesengroßem Propaganda-Potenzial gewachsen. Eine weitere Störung der „symbolischen Friedensbotschaft“ müsse unter allen Umständen verhindert werden, so der offizielle Tenor der 205 in Peking anwesenden Nationalen Olympischen Komitees (NOK), aber das PR- Desaster für die chinesischen Olympia-Macher und die Sponsoren ist vier Monate vor der Eröffnungsfeier längst perfekt.

Der deutsche Bundestag wird an diesem Mittwoch über die Lage debattieren. Als „peinliches Schauspiel“ kritisierte DOSB- Ehrenpräsident Manfred von Richthofen den Fackellauf. „Beide Seiten tun einem eigentlich leid, und man fragt sich, ob dieser Fackellauf einen Sinn hat in der Vorbereitung der Olympischen Spiele“, sagte von Richthofen, der vom Sportausschuss als Experte eingeladen wurde, dem Deutschlandfunk.


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China hat für seine Staatsspiele mindestens 30 Milliarden Dollar und sein ganzes Prestige investiert. Das Politbüro der chinesischen KP will sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Dementsprechend wuchtig lief die Kampagne zur Schadensbegrenzung an. Eine „Handvoll“ Unruhestifter habe in Paris der Mehrheit prochinesischer Zuschauer gegenüber gestanden, die mit teilweise sogar selbst genähten chinesischen Nationalflaggen freudig dem Olympischen Feuer zugejubelt hätten, berichteten Chinas Zeitungen.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat Verständnis für die Kränkung Chinas nach dem chaotischen Fackellauf in Paris geäußert, Peking aber zugleich zu einem Dialog mit dem Dalai Lama aufgefordert. Es habe sich ein „trauriges Schauspiel“ in Paris abgespielt. Es müsse verhindert werden, „dass die olympische Fackel zur Geisel genommen wird“, sagte Sarkozy am Dienstag im südwestlichen Cahors. Die Gründe dafür seien aber sehr Besorgnis erregend und nur ein Dialog (mit den Tibetern) werde friedliche Sommerspiele ermöglichen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: In San Francisco erwartet man „eine Mischung aus Hooliganismus und Zirkus“

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