China verurteilte die Proteste gegen den als „Reise der Harmonie“ angekündigten Fackellauf in scharfen Worten. Die Störungen seien „abscheuliche Missetaten“ tibetischer Separatisten, sagte eine chinesische Olympia-Sprecherin in Peking. Die friedliebende Welt werde sich davon distanzieren und den Lauf voll und ganz unterstützen.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) äußerte sich „sehr besorgt“ über die Ereignisse. „Der Fackellauf ist zur Zielscheibe geworden“, warnte IOC-Präsident Jacques Rogge in Peking in einer Rede vor der Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees (ANOC). Zugleich rief er die kommunistische Führung zu einer schnellen und friedlichen Lösung in Tibet auf.
Die Reaktion des chinesischen Organisationskomitees (BOCOG) folgte prompt. Die Olympischen Spiele sollten als großartiges Sportereignis „von der Politik ferngehalten werden“, sagte BOCOG-Sprecherin Wang Hui vor Medienvertretern in Peking. Die Bilder von den Ausschreitungen in Paris, die der US- Nachrichtensender CNN in China via Satellit verbreitete, wurden in China durch die Zensur immer wieder in Bild und Ton gestört.
Das Nationale Olympische Komitee von Norwegen forderte eine Überprüfung der bisherigen Pläne für den Fackellauf. Sollten die Demonstrationen anhalten, „könnte das IOC ein größeres Problem bekommen“, gab die Komiteechefin Tove Paule zu Bedenken.
Das ANOC verabschiedete auf Initiative der deutschen Fechterin Claudia Bokel einen Vorschlag an das IOC, wonach Sportler im Rahmen der Olympischen Charta das Recht haben, vor und während der Spiele frei ihre Meinung zu äußern. ANOC-Chef Mario Vazquez Rana nannte die Meinungsfreiheit eines der Grundrechte der Athleten. Ihnen müssten aber Anleitungen gegeben werden, „wo ihre Freiheit endet“. Bokel hatte klare Regeln für Meinungsäußerungen angemahnt.

