OMV will mit Iran ins Geschäft kommen
Wien provoziert die USA

Geplante Investitionen in Iran haben für Spannungen im Verhältnis zwischen Österreich und den USA gesorgt. Auslöser ist eine Absichtserklärung, die der österreichische Energiekonzern OMV am vergangenen Samstag mit der National Iranian Oil Company (NIOC) unterzeichnet hat. Ein äußerst ungünstiger Zeitpunkt.

WIEN. Dabei geht es um die Entwicklung von Teilen des South Pars Gasfeldes zwischen Iran und Katar im Persischen Golf. Inklusive der Beteiligung am Bau einer Verflüssigungsanlage für Erdgas und Bezugsverträgen für solches Flüssigerdgas wäre der Deal knapp 22 Mrd. Euro schwer – verteilt auf die nächsten 25 Jahre. Details sollen noch dieses Jahr ausgehandelt werden. Die OMV ist Österreichs größtes börsennotiertes Unternehmen. Mit 31,5 Prozent ist der Staat Großaktionär bei dem Energielieferanten.

Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington kritisierte das geplante Geschäft: „Vielleicht ist es nicht die günstigste Zeit für große Investitionen auf dem iranischen Gas- und Ölsektor, wenn Iran mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft im Konflikt liegt.“ Washington behalte sich vor, im Falle eines Geschäftsabschlusses Sanktionen gegen die OMV zu verhängen. Der Sprecher erinnerte daran, dass ein seit 1996 bestehendes US-Gesetz Strafmaßnahmen gegen Firmen vorsieht, die mehr als umgerechnet 7,38 Mill. Euro in Iran investieren. Solche Firmen können vom US-Kapitalmarkt ausgeschlossen werden. Ob es so weit kommen werde, sei aber noch nicht entschieden, da zwischen der österreichischen Firma und ihren iranischen Partnern bisher nur eine Absichtserklärung bestehe. „Wir fragen uns, ob das die richtige Zeit ist, den Iranern zu einem PR-Sieg zu verhelfen“, hieß es weiter aus Washington.

Bei der OMV reagierte man am gestrigen Dienstag gelassen. „Öl und Gas findet sich nicht nur im Weinviertel sondern auch in politisch sensibleren Gebieten“, sagte ein Konzernsprecher. Er wies darauf hin, dass die Österreicher seit sechs Jahren mit Iran Geschäftsbeziehungen unterhalten und auch die jetzt geschlossene Absichtserklärung alle für österreichische Firmen gültige Gesetze beachtet. Ob es zu einem Abschluss komme, entscheide sich in diesem Jahr. „Verhandlungen sind immer offen“, fügte er hinzu. Das Projekt sei sinnvoll und biete Europa die Chance, seine Energieversorgung auf eine breitere Basis zu stellen.

Auch vom Außenministerium in Wien kommen beschwichtigende Worte. Außenministerin Ursula Plassnik sieht „den Vorgang auch im Sinne der Energiesicherheit, die für uns insgesamt ein Thema ist."

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