Operation Serval: Frankreich schickt weitere Soldaten nach Mali

Operation Serval
Frankreich schickt weitere Soldaten nach Mali

Im Kampf gegen die Islamisten in Mali hat Frankreich weitere Soldaten in das Krisengebiet geschickt. Gleichzeitig will Paris die Verantwortung für den Einsatz rasch an den westafrikanischen Staatenbund übergeben.

Abidjan/ParisFrankreich hat nach Angaben von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian seine Truppen in Mali weiter aufgestockt. „Heute befinden sich 2000 französische Soldaten auf malischem Boden“, sagte Le Drian am Samstag im Fernsehsender „France 3 Bretagne“. Eine weitere Verstärkung auf mehr als 2500 Soldaten sei nicht auszuschließen.

Gemeinsam mit den benachbarten Ländern sind laut Le Drian derzeit 2900 französische Soldaten an der Operation Serval in dem westafrikanischen Land beteiligt.

Bei einem Krisengipfel in der Elfenbeinküste haben auch die Staatschefs des westafrikanischen Staatenbundes ECOWAS die Truppenentsendung nach Mali vorangetrieben. Im „Krieg gegen den Terror in Mali“ rief die ECOWAS am Samstag zugleich die Weltgemeinschaft zu mehr Unterstützung auf.

„Die Zeit ist gekommen für ein umfassenderes Engagement der Großmächte“, sagte der amtierende ECOWAS-Vorsitzende, der ivorische Präsident Alassane Ouattara, in Abidjan. Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte zur Eröffnung des Gipfels, die Franzosen hätten nicht die Absicht, den Einsatz der westafrikanischen Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) zu ersetzen. Das Ziel des Gipfels sei es, dafür zu sorgen, dass die ECOWAS-Eingreiftruppe „so bald wie möglich“ zum Einsatz komme. Bis Samstag waren rund hundert Soldaten aus Nigeria und Togo vor Ort.

Die ECOWAS will bis zum 26. Januar rund 2000 Soldaten nach Mali schicken. Insgesamt haben ihre Mitgliedsländer 3800 Soldaten zugesagt. Zudem will der Tschad, der nicht zu dem Staatenbund gehört, dessen Präsident Idriss Deby aber ebenfalls am Gipfel in Abidjan teilnahm, 2000 Soldaten stellen. Somit sollen der MISMA letztlich 5800 Soldaten zur Verfügung stehen. Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, sagten logistische Unterstützung zu.

Die islamistischen Milizen, die seit April den Norden Malis kontrollieren, hatten vergangene Woche überraschend die Stadt Konna im Osten des Landes eingenommen. Um ein weiteres Vordringen der Extremisten nach Süden in Richtung der Hauptstadt zu verhindern, schritt die französische Luftwaffe ein. Mit ihrer Unterstützung gelang es der malischen Armee am Freitag schließlich, Konna vollständig wieder einzunehmen.

Auch in Diabali im Westen, das am Montag von Islamisten eingenommen worden war, verzeichnete die Armee einen Erfolg. Der örtliche malische Armeekommandeur sagte am Samstag, die Extremisten seien geflohen und die Armee bereite sich auf die Rückkehr in die Stadt vor. Mehrere Augenzeugen bestätigten, dass sich die Islamisten nach mehreren französischen Luftangriffen zurückgezogen hätten.

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