Opfer überwiegend Kinder
11 Tote nach Bombenanschlag in der Türkei

Bei einem Sprengstoffattentat im Südosten der Türkei sind mindestens zehn Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Kinder. Die Explosion ereignete sich an einer Bushaltestelle in der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir. Berichten zufolge war das Ziel der Bombe jedoch ein anderes.

HB ISTANBUL. Nach Angaben des Senders CNN-Türk stieg die Zahl der Opfer im Laufe der Nacht auf 11. Vier Verletzte seien in der im Krankenhaus gestorben, hieß es. Die Behörden hatten nach dem Anschlag von 7 Toten und 17 Verletzten gesprochen. Unter den Getöteten sind den Berichten zufolge mehrere Kinder.

Eindeutige Hinweise auf die Bombenleger oder ein Bekennerschreiben gab es zunächst nicht. Der möglicherweise ferngezündete Sprengsatz war an einer Bushaltestelle am Rande eines Parks explodiert. Vermutungen zufolge könnte die Bombe auch versehentlich an dieser Stelle detoniert sein, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV. Demnach wäre das eigentliche Ziel des Anschlags ein anderes gewesen.

Bei einer Bombenserie in türkischen Touristengebieten im Südwesten des Landes waren Ende August 3 Menschen getötet und etwa 100 verletzt worden, darunter auch ausländische Touristen. Zu den Explosionen in Antalya und Marmaris hatten sich kurdische Extremisten bekannt. Die Freiheitsfalken Kurdistans, eine Splittergruppe der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, hatten in ihren Bekennerschreiben mit weiteren Anschlägen gedroht.

Im Konflikt zwischen der türkischen Armee und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK wurden zwischen 1984 und 1999 fast 40 000 Menschen getötet. Nach einer mehrjährigen Ruhepause verübt die PKK seit 2004 wieder verstärkt Anschläge auf türkischem Boden. Die kurdischen Extremisten verlangen eine Generalamnestie für ihre rund 5000 Kämpfer und die Freilassung ihres inhaftierten Chefs Abdullah Öcalan. Die Türkei lehnt dies ab.

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