Opposition demonstriert
Proteste überschatten Asean-Gipfel

In Thailand halten die Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva an. Der Schwerpunkt der mit roten Hemden gekleideten Demonstranten verlagerte sich am Freitag von Bangkok an den Badeort Pattaya, wo sich die Staats- und Regierungschefs der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean zu Beratungen über die Weltwirtschaftskrise versammelt hatten.

HB PATTAYA. Hunderte Sicherheitskräfte wehrten mindestens einen Versuch der mehrere Tausend Protestler ab, in das Tagungshotel einzudringen.

Die Lage entspannte sich sichtlich, als ein Vertreter der Asean ein Protestschreiben der Regierungsgegner entgegennahm. "Wir wollen nicht, dass thailändische Vertreter diesen Brief annehmen, weil die Regierung nicht vom Volk gewählt wurde und darum illegitim ist", sagte der Anführer der Demonstranten, Arismun Tongreungrong. Der Protest der Anhänger des 2006 gestürzten und nun im Exil lebenden früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra richte sich gegen die Ende vorigen Jahres an die Macht gekommene Regierung Abhisit und nicht gegen die Asean. Die Demonstranten fordern Abhisits Rücktritt.

Die mehrere Tausend Demonstranten in Pattaya durchbrachen wiederholt Absperrungen der Polizei, die ihnen aber nur symbolisch Widerstand entgegensetzten. In der Hauptstadt Bangkok, wo am Vortag etwa 100 000 Menschen den Rücktritt der Regierung verlangt hatten, räumten die Demonstranten am Freitag Straßensperren und zogen zum Regierungssitz, wo sie auf Nachrichten aus Pattaya warteten. Um die Proteste einzudämmen, hatte Abhisit den Freitag kurzerhand zum Feiertag erklärt. Forderungen nach seinem Rücktritt lehnte er ab. Abhisit war Ende 2008 nach Massenprotesten seiner Anhänger gegen die Regierung der neu formierten Partei Thaksins an die Macht gekommen. Während der Demonstrationen waren die Flughäfen in Bangkok blockiert worden. Der Wirtschaft des südostasiatischen Landes entstand dadurch schwerer Schaden.

Das Auswärtige Amt in Berlin riet Reisenden, in den nächsten Tagen Demonstrationen und größere Menschenansammlungen in Thailand zu meiden.

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