Wladimir Putin

„Luxuriöser als Oligarchen oder Scheichs“

Offiziell verdient Russlands Präsident 90.000 Euro im Jahr. Nach einer Aufstellung der Opposition ist Putin dennoch Millionär, wenn nicht gar Milliardär. Alleine seine Uhrensammlung sei einen sechsstelligen Betrag wert.
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In Russland stellen sich die Menschen die Frage, wie reich ihr Präsident Wladimir Putin wirklich ist. Quelle: AFP

In Russland stellen sich die Menschen die Frage, wie reich ihr Präsident Wladimir Putin wirklich ist.

(Foto: AFP)

MoskauSeit zwölf Jahren lenkt Wladimir Putin die Geschicke Russlands und hat in dieser Zeit viel Macht an sich gezogen. Doch hat er in diesen Jahren auch ein Vermögen angehäuft? Diese Frage treibt Russland regelmäßig um. Offiziell beläuft sich das Einkommen des Präsidenten auf knapp 90.000 Euro im Jahr. Doch angeblich soll er Millionen, wenn nicht Milliarden, sein Eigen nennen. Ein neuer Bericht wirft ein Schlaglicht auf die Besitzverhältnisse des ersten Mannes im Staat.

Die darin aufgeführten Zahlen machen sprachlos. Demnach soll Putin 20 verschiedenen Villen und Residenzen besitzen, 43 Flugzeuge und 15 Hubschrauber, vier Jachten und einen Fuhrpark von 700 Autos. Die Kosten gehen in die Milliarden. Allein der Wert seiner Kollektion edler Uhren soll 550.000 Euro betragen. Putin lebe luxuriöser als Oligarchen oder Scheichs, sagt Boris Nemzow, einst Vizepremier und seit vielen Jahren einer der Anführer der nichtparlamentarischen Opposition.

Er hat das 32 Seiten starke und bildreiche Dossier gemeinsam mit Leonid Martynjuk von der oppositionellen Bewegung Solidarnost erstellt. „Aus dem Leben eines Galeerensklaven“, lautet der Titel, in Anspielung auf eine frühere Aussage Putins: Wie ein Sklave auf einer Galeere habe er geschuftet, erklärte er am Ende seiner zweiten Amtszeit.

Der Kreml wies die Vorwürfe zurück und wollte „solchen Unsinn“ nicht kommentieren. Der Präsident benutze nur Staatseigentum, hieß es knapp. Nemzow kritisiert, für Putin gebe es kaum einen Unterschied zwischen Staats- und Privatbesitz. Weil er sich an den Reichtum gewöhnt habe, klammere sich Putin an die Macht, heißt es im Bericht.

Nemzow und Martynjuk Ergebnisse haben einen Haken: zwar belegen die Autoren ihre Aussagen mit Fotos, eindeutig belegbar sind die Besitzverhältnisse jedoch nicht. Und so bereichern lediglich einige Zahlen die schon lange geführte Diskussion um die Frage, wie reich der Präsident tatsächlich ist.

Die Antworten sind stets unbestätigte oder vom Kreml widersprochene Gerüchte. Dabei geht es um Firmenbeteiligungen an Rohstoffunternehmen wie Gazprom oder Surgutneftegaz, die Putin angeblich zu einem reichen Mann machen.

Gemunkelt wird über Vertraute des Präsidenten, über die er Unternehmen kontrollieren soll. Vor einigen Jahren behauptete ein Politologe Putins Vermögen belaufe sich auf 40 Milliarden Dollar. Beweise erbrachte der Politologe nicht.

Auch das neue Dossier dürfte kaum mehr mehr bewirken, als das Rätselraten weiter am Leben zu halten.

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9 Kommentare zu "Opposition greift Putin an: „Luxuriöser als Oligarchen oder Scheichs“"

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  • Willy-Brandt-Str. 1, Berlin.

  • In welchem Zimmer sitzen Sie im Kreml ? Blick auf den Exerzierplatz ? Oder im Adlon, als verdienter IM ?
    Die Westinfiltration insbesondere über Tagezeitungen ist ein Teil der Stragegie, des akzeptabel Machens eines Systems, welches "sowjetisch" sein soll. Sie stricken noch Pullover am Kamin, denn Ihr System hat bewiesen, dass es für das Volk ruinös ist.

  • Putin ist gut für Russland, aber der EURO ist schlecht für Deutschland.

  • Sie haben recht, an langen Winterabenden sitzt Putin am Karmin und häkelt unsere Pullover die wir als Belohnung bekommen.

    Ich habe mir einen roten gewünscht, mit Hammer und Sichel in gelb da wo das Herz ist.

  • ...die KGB Schreiberlinge hier gehen einem noch mehr auf die Nerven als das Paviangesicht des Diktators Putin.

  • Stimmungsmache, nichts als Stimmungsmache gegen diesen Mann.
    Möchte nicht wissen was unsere demokratischen Politgrössen einschließlich Kanzlerin Merkel so im Jahr von unserem Staat ab kassieren.
    Würden wir vermutlich mit den Ohren schlackern wenn wir das alles wissen würden.
    Nicht die offiziell geführten Zahlen, nein das was noch so geht.
    Aber alles schön legitim.
    Wer es glaubt wird selig.

  • Na ja, um mal wieder den Vorwurf einer "Neiddebatte" voranzutreiben, wage ich anzumerken, daß 550.000 EUR in Uhren mitnichten "bescheiden" sind. Wobei mir die Uhren oder Häuser eines jeden Staatschefs im Grunde egal sind, sofern er belegt, womit er es bezahlt hat. Bei eklatanten Unterschieden von Einkommen und Vermögen muß die Frage erlaubt sein, wo die Kohle herkommt. Da gibt es soooo viele dubiose Quellen, da sollte ein integrer Staatschef schon alleine aus dem Grund mit derartigen Nachweisen nicht hinter dem Berg halten; man könnte auf die Idee kommen, er wäre käuflich. Und das wollen wir doch nicht mal ansatzweise denken... :-)

  • Nun also zur Abwechslung mal die Neidschiene...

    Quo plures hostes, tanto maior honor.

    Fürchten müssen wir diejenigen die in den Medien der Springer und Murdochs dieser Welt beweihräuchert werden.

  • Alberne Stimmungsmache. Vielleicht löst sich der Autor von der längst überholten infantilen Vorstellung, dass Russland ein 'kommunistischer' Staat ist. Es ist nur legitim, dass das Staatsoberhaupt des größten Landes eine bescheidene Uhrensammlung sein eigen nennt. Gleiches sei auch Frau Merkel oder Herrn Schimon Peres, Obama oder sonst einem Häuptling gegönnt

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