Opposition in Kuba
Kubas Blogger hoffen auf Veränderung

Es ist für die kubanische Opposition schwer, die Entwicklungen in Iran zu verfolgen. Im staatlichen Fernsehen sind kaum Bilder von den Protesten gegen die Regierung in Teheran zu sehen, und die Todesopfer werden verschwiegen. Via Internet schauen Kubas Blogger auf die Ereignisse in Iran - und hoffen auf den Veränderungsimpuls.

MEXIKO-STADT. Moderne Kommunikationsmittel wie das Internet stehen auf der kommunistisch regierten Karibikinsel kaum als Informationsquelle zur Verfügung. Internet-Anschlüsse sind Ausländern oder Regierungsmitarbeitern vorbehalten. So geht derzeit nur etwa jeder zehnte der elf Millionen Kubaner regelmäßig online, eingeschlossen diejenige, die ab und an in den Touristenhotels im WoldWideWeb surfen. Auch Mobiltelefone sind ein rares Gut. Sie sind erst seit gut einem Jahr frei verkäuflich und teuer.

Dennoch erhofft sich die sehr überschaubare Blogger-Gemeinschaft auf der Insel einen Impuls von den Vorgängen in Iran und zieht Parallelen zum eigenen Land. Die Bloggerin Yoani Sánchez, die im Ausland als eine der wichtigsten Stimmen der Opposition wahrgenommen wird, bekommt allerdings nur mit Verzögerung mit, was sich weitab in Asien tut: "An Tagen wie diesen bedauere ich sehr, nicht dauernd online sein zu können, mich erstickt die unerträgliche Situation, dass ich die Nachrichten erst viel später mitbekomme", schrieb die 33-Jährige vor kurzem in ihrem Internettagebuch (http://desdecuba.com/generaciony/). "Wenn noch Zeit für eine Solidaritätsbekundung mit den Iranern ist, hier ist sie: Heute seid Ihr es, morgen könnten es bereits wir sein."

Was in Iran passiert und die Verbreitung der Information über die modernen Medien ist eine Lektion sowohl für die kubanischen Blogger als auch die Behörden: "Unseren Autoritäten am Hofe fällt auf, wie gefährlich die Kommunikationsmittel Twitter, Facebook und Mobiltelefone sein können. Wenn man die jungen Iraner dabei beobachtet, wie sie diese Medien dazu nutzen, das Ungerechte zu geißeln, bemerke ich, was uns Bloggern hier noch fehlt", schreibt Sánchez. "Die Feuerprobe für unsere junge virtuelle Gemeinschaft ist noch nicht gekommen, aber vielleicht schon morgen. Allerdings haben wir das große Problem, dass es nur wenige Anschlüsse gibt." Auch die 33 alte Sánchez verfasst ihre Einträge daheim, kopiert die Beiträge dann auf einen USB-Stick und geht in eines der Touristen-Hotels, wo eine Stunde Internet mit rund sieben Dollar zu Buche schlägt. Dies entspricht einem Drittel eines normalen kubanischen Monatslohns.

Seite 1:

Kubas Blogger hoffen auf Veränderung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%