Opposition siegt bei Parlamentswahl
Machtwechsel in Mauritius

In Mauritius steht ein Regierungswechsel an. Das Oppositionsbündnis ist als Sieger aus der Parlamentswahl vom Sonntag hervorgegangen.

HB PORT LOUIS. Nach den endgültigen Ergebnissen vom Montagabend kommt die Soziale Allianz unter Navin Ramgoolam auf 38 der insgesamt 62 Mandate und siegte damit deutlicher als erwartet. Die Regierungskoalition von Ministerpräsident Paul Berenger konnte nur noch 22 Sitze gewinnen. Die übrigen zwei Mandate gehen an die Vertreter der kleineren Nachbarinsel Rodrigues. Schon während der ersten Auszählungen gestand Berenger seine Niederlage ein. Die schlechte Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit hatten den Wahlkampf in dem ethnisch stark gemischten Inselstaat im Indischen Ozean mit seinen 1,2 Mill. Einwohnern dominiert. Mehr als 80 % der Wahlberechtigten waren am Sonntag an die Urnen gegangen.

„Mein Auftrag ist es nun, das Leben der Menschen zu verbessern“, rief Ramgoolam einer jubelnden Menge zu. Zugleich forderte er das Volk zur Einigkeit auf, nur so könne das Land modernisiert werden. Die Soziale Allianz hatte der regierenden Koalition Inkompetenz bei der Lösung der wirtschaftlichen Probleme vorgeworfen. Der 57-jährige Ramgoolam ist Anwalt und Sohn des ersten Ministerpräsidenten Mauritius' nach der Unabhängigkeit der früheren britischen Kolonie 1968 und löst nun den ersten weißen Regierungschef der südostafrikanischen Republik seit knapp 40 Jahren ab. „Es ist eine Demokratie und ich akzeptiere das Wahlergebnis“, erklärte Berenger. Insgesamt hatten sich mehr als 650 Kandidaten für den Einzug ins Parlament beworben. Beobachter bezeichneten den Ablauf der Wahlen im Allgemeinen als vorbildlich.

Der Wirtschaft des Landes machen die harte Konkurrenz auf dem Textilmarkt, geringere Fördergelder für Zuckerrohr, steigende Inflation und Arbeitslosigkeit zu schaffen. Die Gesellschaft ist von einem komplexen System aus ethnischer Zugehörigkeit, Klassen und Kasten geprägt: Die Hälfte der Einwohner sind Inder, 16 % indische Moslems, drei Prozent Chinesen; die restlichen 30 % sind hauptsächlich Afro-Creolen, Nachfahren früherer Sklaven. Darüber hinaus gibt es einige Nachkommen französischer und britischer Siedler.

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