Opposition wirft Präsident Chen Wahl Inszenierung des Attentat vor
Unruhen nach Demonstration in Taiwan

Bei Straßenschlachten zwischen der Polizei und Oppositionsanhängern in Taiwan sind mehr als 100 Menschen verwundet worden. Die Hintergründe des Attentats auf Präsident Chen bleiben unklar.

HB BERLIN. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh sind mehr als 120 Menschen verletzt worden. Außerdem seien 20 Personen festgenommen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Die Kundgebung der Oppositionsanhänger richtete sich gegen das Ergebnis der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 20. März. Sie werfen Präsident Chen Shui-bian vor, einen Tag vor der Wahl ein Attentat auf sich selbst inszeniert zu haben, um durch den Mitleidsbonus im Amt bestätigt zu werden.

Die Demonstration mit rund 50.000 Teilnehmern begann am Samstagabend friedlich. Nach der offiziellen Abschlusskundgebung begannen jedoch rund 1000 Demonstranten, vor dem Amtssitz des Staatschefs die Sicherheitskräfte mit Steinen und Flaschen zu bewerfen.

Als die Polizisten mit Wasserwerfern gegen die Unruhestifter vorgingen, kam es zu einer Straßenschlacht, die bis spät nachts andauerte. 86 Polizisten seien von Demonstranten mit Eisenstangen, Holzknüppeln oder Schleudern verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Auch 40 Demonstranten und einige Journalisten hätten Verwundungen erlitten. Die Hintergründe des Attentats auf Chen bleiben auch nach einer am Sonntag abgeschlossenen gerichtsmedizinischen Untersuchung weiter unklar.

Der taiwanisch-amerikanische Experte Henry Lee erklärte, es sei ihm unmöglich, zu beurteilen, ob der Anschlag von der Regierung inszeniert worden sei. Chen war von einem Schuss bei einer Wahlkundgebung nur leicht verletzt worden.

Lee, der als Experte durch den Prozess gegen den Football-Star O.J. Simpson bekannt geworden ist, war von der taiwanischen Regierung zur Untersuchung des Falls eingeladen worden. Er warf der Polizei Versäumnisse bei der Spurensicherung vor.

Der Tatort sei nicht richtig abgeriegelt worden, beklagte Lee. Wären die üblichen Standards eingehalten worden, so «hätte der Fall geknackt werden können».

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