Oppositionschef
Tsipras will Griechenland in Euro-Zone halten

Der griechische Oppositionschef Alexis Tsipras will Griechenland in der Euro-Zone halten. Seine Partei lehnt die Rettungspolitik von EU und IWF ab und will die Sparpolitik am liebsten beenden.
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AthenDer griechische Oppositionschef und Gegner der EU-Rettungspolitik, Alexis Tsipras, hat sich zum Verbleib des Landes in der Euro-Zone bekannt. Er sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, seine Partei wolle am Euro festhalten. Allerdings müsse auch die Euro-Zone gewillt sein, das Land in der Währungsunion zu halten. Seine linksradikale Partei Syriza lehnt die Rettungspolitik von EU und IWF ab und gilt zugleich als Favoritin, sollte es in dem von EU und IWF vor der Pleite geretteten Land bald zu Neuwahlen kommen.

Die konservativ geführte Regierung muss ihren Kandidaten für das Präsidentenamt, Stavros Dimas, noch diesen Monat im Parlament durchbringen. Im ersten Wahlgang fiel er durch. Falls Dimas auch im zweiten und dritten nicht durchkommt, muss laut Verfassung ein neues Parlament gewählt werden. Tsipras schloss aus, mit der Koalition von Ministerpräsident Antonis Samaras zu kooperieren und damit eventuelle Neuwahlen abzuwenden.

Falls Syriza die Regierung stelle, werde sie die Sparpolitik beenden und die Schuldenthematik mit den internationalen Gläubigern Griechenlands neu verhandeln. „Verhandlung bedeutet, dass wir eine einvernehmliche Lösung anstreben“, betonte Tsipras. Die Gläubiger müssten aber einen Großteil der Schulden „kürzen oder erlassen“. Er strebe keine einseitigen Schritte an: „Es sei denn, wir werden dazu gezwungen“, sagte der Oppositionschef.

Samaras warnte für den Fall eines Wahlsieges von Syriza jüngst vor einem Rückfall in Krisenzeiten, die der frühere Pleitekandidat Griechenland mit Hilfe seiner Geldgeber nur mit Mühe überwunden habe. Auch ein Euro-Austritt würde dann wieder zu einem Thema.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Oppositionschef: Tsipras will Griechenland in Euro-Zone halten"

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  • Das wird ihm mit seiner erklärten Politik nicht gelingen können:

    Entweder zum Wohle der Bevölkerung raus - oder mit weiterer Quälerei drin bleiben.

  • EU und "Euro-Retter" sind selbst schuld daran, dass der Schwanz mit Hund wackelt, so wie sich seit Jahren von den Griechen vorführen lassen. Hr. Tsipras möchte also "gnädigerweise" den Euro behalten. Aber natürlich nur, wenn man Griechenland "einen Großteil der Schulden erläßt oder kürzt". Na , das ist doch mal ein super Angebot der Griechen. Und mit "Sparen" muß natürlich auch endlich Schluß sein, die Griechen wollen sich ja wieder am "freien Markt" mit neuen Milliarden versorgen. Für die natürlich die "Retter" wieder bürgen müssen, denn sonst wird kein Investor selbst für 10% Rendite so doof sein, den Griechen Geld zu leihen (wie verläßlich sie als Schuldner sind, hat Tspiras ja nochmal zum Ausdruck gebracht.
    Die Gläubiger sollten trotz der damit verbundenen Milliarden-Verluste die Reißleine ziehen und Griechenland sich selbst überlassen. Und jede noch Griechenland nicht eingehaltene Zins/Tilgungszahlung einfach verrechnen mit potentiellen EU-Zuschüssen, die Griechenland dann nicht mehr bekommt. Griechenland ist eine Schande für Europa und wenn sein Verhalten zum Vorbild wird für andere angeschlagene Länder (Irland, Spanien, Portugal) dann ist der EURO sehr bald am Ende.

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