Oppositionskandidat
Unternehmer gewinnt Wahl in Panama

Der konservative Unternehmer Ricardo Martinelli hat die Präsidentenwahl in Panama klar gewonnen. Nach Angaben der nationalen Wahlkommission vom Sonntagabend erreichte Martinelli rund 60 Prozent der Stimmen – ein Erdrutschsieg.

HB PANAMA-STADT. Der Sieg sei Martinelli nicht mehr zu nehmen, teilte die Kommission nach Auszählung der Hälfte der Stimmen am Sonntagabend mit. Die Kandidatin der linken bisherigen Regierungspartei, Balbina Herrera, gestand ihre Niederlage ein. Sie war nur auf rund 36 Prozent der Stimmen gekommen. Die Wahlbeteiligung lag den Angaben der Kommission zufolge bei 72 Prozent. Der frühere Präsident Guillermo Endara folgte abgeschlagen auf Platz drei. Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) berichteten, die Abstimmung sei bei hoher Beteiligung fast problemlos verlaufen.

In einer ersten Reaktion sagte der 57-jährige Martinelli, er wolle sich für Arbeitsplätze und für Gleichheit der Menschen einsetzen. Der Sohn italienischer Einwanderer und Besitzer der größten Supermarktkette des mittelamerikanischen Landes rief die Bürger auf, sich verstärkt für die Bekämpfung der Armut einzusetzen, unter der noch rund 40 Prozent der Bevölkerung litten.

Martinelli kündigte an, er werde die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit anstreben. „Morgen werden wir alle Panamaer sein und das Land so ändern, dass es ein gutes Gesundheits- und Bildungssystem, ein gutes Verkehrswesen und eine gute Sicherheit hat“, sagte er.

Ergebnisse der Parlaments- und Bürgermeisterwahlen in den Städten, die ebenfalls am Sonntag abgehalten wurden, lagen zunächst nicht vor.

Rund 2,2 Millionen Bürger in dem mittelamerikanischen Land waren aufgerufen, neben dem Staatschef auch den Vizepräsidenten, Mitglieder des Parlaments und Bürgermeister zu wählen. Ein zentrales Thema des Wahlkampfs war die Konjunkturentwicklung und dabei besonders der gut fünf Milliarden Dollar teure Ausbau des für das Land wirtschaftlich bedeutenden Panama-Kanals. Beide Kandidaten unterstützen das Vorhaben.

Panamas Wirtschaft wuchs in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 8,7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit fiel unter dem scheidenden Präsidenten Martin Torrijos von 12 auf zuletzt 5,6 Prozent. Auch für dieses Jahr wird trotz der weltweiten Wirtschaftskrise in dem Land mit rund 3,4 Millionen Einwohnern noch ein robustes Wachstum von drei bis vier Prozent erwartet.

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