Organisation kündigt Vergeltung an
Al-Aksa-Anführer im Westjordanland getötet

Israelische Soldaten haben den Chef der palästinensischen Al-Aksa-Brigaden im Westjordanland erschossen. Damit wurde der militanten Gruppe, die für zahlreiche Selbstmordanschläge verantwortlich ist, ein schwerer Schlag versetzt.

HB NABLUS. Die zur Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat gehörende militante Organisation kündigte Israel nach dem Tod von Najef Abu Scharch in Nablus am Sonntag umgehend Vergeltung an. Diese werde einem Erdbeben gleichen, hieß es in einer Erklärung der Gruppe. Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei sprach von einem brutalen und hässlichen Verbrechen. Sein israelischer Kollege Ariel Scharon nannte die Tötung des 38-jährigen Extremisten dagegen einen beeindruckenden Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus. Die Soldaten beendeten daraufhin den rund viertägigen Vorstoß in Nablus und damit ihren größten Einsatz im Westjordanland seit Monaten.

Die Soldaten erschossen Ärzten zufolge Abu Scharch und fünf weitere palästinensische Extremisten bei der Erstürmung eines Hauses in Nablus. Unter den Opfern seien auch der örtliche Chef des militärischen Flügels der radikal-islamischen Hamas sowie ein führendes Mitglied der militanten Gruppe Islamischer Dschihad gewesen. Die Gruppen kämpfen für die Zerstörung Israels und haben seit Beginn des Palästinenseraufstands im September 2000 hunderte Israelis bei Selbstmordanschlägen getötet.

Abu Scharch war der von Israel meistgesuchte Mann in der Region. Nablus gilt als Hochburg der Extremisten. Abu Scharch war nach Informationen aus israelischen Sicherheitskreisen für zahlreiche Versuche verantwortlich, Selbstmordattentäter nach Israel zu schleusen. Seit März hat es in Israel keinen palästinensischen Selbstmordanschlag mehr gegeben. Die israelische Regierung wertet dies als Erfolg ihrer gezielten Tötungen hochrangiger Mitglieder der radikalen Gruppen und ihrer Sperranlage um das Westjordanland. „Ihre Motivation ist sehr hoch, aber ihre Fähigkeiten wurden empfindlich beeinträchtigt“, sagte ein israelischer Regierungsvertreter mit Blick auf die militanten Palästinensergruppen.

Israel hat ihren Vorstoß im Westjordanland als Reaktion auf einen in der vergangenen Woche vereitelten Selbstmordanschlag in Jerusalem bezeichnet. Dieser sei von einem aus Nablus stammenden Palästinenser geplant worden, sagte ein Armeevertreter. Nachdem die Soldaten am Sonntag aus Nablus abgerückt waren, kam es zu Protestkundgebungen. „Der Armee gelang es zwar, unsere Kameraden hinzurichten, aber wir werden ihren Weg des Widerstands weitergehen, bis die Besatzungstruppen unsere Stadt vollends verlassen haben“, rief ein bewaffneter Palästinenser während des Trauerzugs für die getöteten Extremisten, an dem Tausende Menschen teilnahmen. Aus den Lautsprechern der Moscheen ertönten Racherufe. Ein hochrangiges Mitglied der El-Aksa-Brigaden sagte, ein Stellvertreter für Abu Scharch sei bereits im Amt, der Name werde aber aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.

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