Organisiertes Verbrechen: Mexikos Drogenkartelle expandieren Richtung Süden

Organisiertes Verbrechen
Mexikos Drogenkartelle expandieren Richtung Süden

Das organisierte Verbrechen made in Mexiko vergrößert sein Einflussgebiet: Experten glauben, dass es kaum noch Länder in Latein- und auch Südamerika gibt, in denen die mexikanischen Kartelle nicht aktiv sind. Guatemala, Peru und Argentinien machen die mexikanische Mafia für eine neue Welle der Gewalt verantwortlich.

MEXIKO-STADT. Als Guatemalas Staatschef Álvaro Colom Anfang Dezember zu einer Schießerei in der Provinz Huehuetenango befragt wurde, gab er eine Antwort, die man inzwischen in vielen Staaten Lateinamerikas hört. „Dahinter steckt das mexikanische Golf-Kartell“, sagte der Präsident. 17 Menschen waren am hellichten Tag getötet worden. Und Colom schob einen Satz nach, der einer staatlichen Bankrotterklärung gleichkommt: „Sie haben die gesamte Provinz Huehuetenango an der Grenze zu Mexiko unter Kontrolle, sie sind aber auch in den Regionen Alta Verapaz, im Quiché, im Petén und sogar an der Karibikküste. Sie wollen sich ganz Guatemalas bemächtigen.“ Ende Dezember schickte Colom Tausende Soldaten an die Grenze zu Mexiko – für den Sicherheitsexperten Carlos Castresana ein unerlässlicher Schritt: „Wenn wir nichts tun, hat das organisierte Verbrechen aus Mexiko in zwei Jahren die Hauptstadt Guatemala-Stadt eingenommen.“

Eine Einschätzung, die auch in anderen Ländern der Region vorherrscht. Denn die mexikanischen Mafia–Clans versuchen ständig, ihr Einflussgebiet zu vergrößern. In Nicaragua haben sie den kolumbianischen Kartellen den Krieg erklärt, denn über das zentralamerikanische Land wird ein Großteil des Kokains verschifft, das für Europa bestimmt ist. Den lukrativen Markt wollen die Mexikaner nicht den Kolumbianern überlassen.

In Peru machte jüngst Staatschef Alan García das mexikanische Tijuana-Kartell für die Welle von Anschlägen auf Sicherheitskräfte im ganzen Land verantwortlich. In den vergangenen Wochen waren rund 20 Polizisten und Soldaten bei mehreren Überfällen getötet worden. Im peruanischen Urwald lasse das Tijuana-Kartell Drogen herstellen und habe sich dafür mit den Resten der maoistischen Rebellenbewegung des „Leuchtenden Pfads“ zusammengetan, sagte der Präsident. Und in Argentinien besorgen sich die Kartelle den Grundstoff Ephedrin, den sie für die Herstellung synthetischer Drogen verwenden.

International haben die mexikanischen längst den kolumbianischen Kartellen die Vormachtstellung genommen, die diese noch in den achtziger und neunziger Jahren inne hatten. „Die mexikanischen Kartelle sind wesentlich brutaler als die kolumbianischen", warnte Perus Präsident García. „Das Schlimmste, was unserem Land passieren kann, ist, dass es unter den Einfluss der Mexikaner gerät."

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