Ostasien
Nordkoreas Testankündigung könnte auch Bluff sein

Die Ankündigung Nordkoreas, einen Nuklearsprengsatz zu testen, hat die Welt beunruhigt - selbst China, das dem Regime in Pjöngjang traditionell nahesteht, ist besorgt. Nach japanischen Medienberichten haben die Nordkoreaner indes noch gar keine Vorbereitungen für den Test getroffen.

HB TOKIO. Die japanische Zeitung „Asahi“ berichtet am Mittwoch, zwei Spionagesatelliten des Landes hätten auf dem mutmaßlichen Testgelände in Nordkorea keinerlei Aktivitäten registriert, die auf einen Atomtest hindeuten. Asahi beruft sich auf eine nicht näher benannte Quelle in der japanischen Regierung. Im August hatten Medien noch von Erkenntnissen der USA berichtet, auf einem möglichen Testgelände nahe der nordkoreanischen Stadt Chiktong seien „verdächtige Aktivitäten“ registriert worden.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan warnte Nordkorea davor, die Spannungen in der Region zu verschärfen. Außerdem müsse Nordkorea zu den Sechs-Länder-Gesprächen zurückkehren, damit der Streit über das Atomprogramm auf dem Verhandlungswege gelöst werden könne, forderte Annan in seiner Erklärung, die am Dienstagabend in New York verbreitet wurde. Noch am Mittwoch wollte sich der Weltsicherheitsrat mit dem Vorhaben Pjöngjangs befassen.

China mahnte Nordkorea zur Zurückhaltung. Man hoffe, dass die Regierung „einen kühlen Kopf bewahrt“. Auch ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums forderte am Mittwochmorgen in Peking eine Rückkehr Pjöngjangs an den Verhandlungstisch. China habe sich immer für eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen eingesetzt. Die Sechs-Länder-Gespräche mit Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland sollten wieder vorangebracht werden, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien zu wahren. Es dürfe nichts unternommen werden, was die Spannungen verschärfe.

Nordkorea hatte am Dienstag seine Testpläne mit seinen Sicherheitsbestrebungen begründet. Wegen des Drucks und den Sanktionen der USA sehe es sich zu einem solchen Test gezwungen, hieß es.

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