Osteuropa
Nato erwägt Großmanöver an der Grenze zu Russland

Seit Monaten lassen sowohl Russland als auch die Nato die Muskeln spielen. Nato-Piloten fingen bereits mehrfach russische Bomber über europäischen Meeren ab. Nun denkt die Nato über ein Großmanöver nach.
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Brüssel/BerlinIn der Ukraine-Krise stellt die Nato erstmals große Manöver mit mehreren zehntausend Soldaten in den Grenzregionen zu Russland in Aussicht. „Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt“, sagte der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag).

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen.“ Details nannte er nach Angaben des Blattes allerdings nicht.

Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl das westliche Verteidigungsbündnis als auch Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen. Die russischen Streitkräfte flogen westlichen Angaben zufolge zuletzt „außergewöhnlich umfangreiche Manöver“ über den europäischen Meeren.

„Speerspitze“ für die Schnelle Eingreiftruppe

Die Nato verstärkt Standorte und baut eine schnelle und schlagkräftige „Speerspitze“ der Schnellen Eingreiftruppe (Nato Response Force) auf. Nach den Worten Domröses soll die „Speerspitze“ nun größer werden als bisher bekannt.

„Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5000 bis 7000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann“, sagte er. Bislang wurde eine Zahl von 3000 bis 5000 Soldaten genannt. „Wenn alles planmäßig verläuft, kann die Schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein.“

Erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges zeigt die westliche Militärallianz dem großen Nachbarn im Osten damit wieder die Zähne. Großmanöver der Nato an ihrer Ostgrenze dürften Russland verärgern, das dem westlichen Bündnis immer wieder vorwirft, seine Einflusssphäre stetig weiter auszudehnen. Die Nato hat ihre Manöver in Osteuropa seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland bereits massiv ausgeweitet.

Der Westen wirft Russland vor, die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Als Konsequenz wurden Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängt. Russland weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die Strafmaßnahmen als feindselig.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Osteuropa: Nato erwägt Großmanöver an der Grenze zu Russland"

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  • Nato steht fuer Provokation,Katastrophen,Menschenleid,misslungene Kriegsabenteuer, Missachten von Ordnung+Menschenleben+Ethik+Moral.

    Das provocative Vorgehen+der agressive NatoTon ist ganz gut zu verstehen weil Ukraine sieht aus als wieder ein verlorener Krieg,geplant von den US-NatoKriegsPlanern.Die US-Kosten halten sich im Rahmen,fuer die EU entstehen gewaltige Kosten.Die Liste der US-NatoFehlKriege lautet schon Lybien,Irak,Afganistan,Somalia,Ukraine,Syrien,Kosovo,Yemen,Georgien,mit vielen Menschenrechtsverletzungen+immensen Fluechtlingstroemen.Geldsummen belaufen sich auf Hunderten von Miliarden Euro fuer die EU.Vielleicht wachen die EU-NatoMinister jetzt auf das Alles wieder ganz schief gelaufen ist.Man hat einfach die USA-WeltKriege finanziert,Folge verlorenes Ansehen i/d Welt als Marionnet-Kriegstreiber v USA,sichselbst beschaedigend in Wirtschaftsinteressen+historischen Wachstumschancen.Europa Untergang bringend statt Wohlstand.Fuer diese Politik sollte man die EU-NatoMinister sofort entlassen. Ueberall wo die Nato aktiv war versinken Laender+Regionen im Chaos

  • Deutsche Kampfflugzeuge steigen auf, um bei einem russischen Manöver eingreifen zu können. Das passiert automatisiert im Rahmen der NATO. Und die Kanzlerin stellt sich Stunden später vor die Kamera und sagt, sie habe keine Angst gehabt. Hat sie die Flugzeuge hochgeschickt oder ist sie Zuschauerin?

    Die NATO (re)agiert automatisiert ohne demokratische Legitimation. Wollen wir Deutschen einen Zwischenfall und dieses Großmanöver?

    Im kalten Krieg mit dem Warschauer Pakt hatte die NATO eine Existenzberechtigung. Diese ist seit 25 Jahren erloschen, seitdem sucht sie verzweifelt neue Aufgaben. Wenn die NATO in den 1970/80ern in Frage gestellt wurde, warum passiert das nicht heute? Bevor sich die Deutschen in einem "Bündnisfall" in einen Konflikt ziehen lassen, muss Deutschland aus der NATO austreten. Leider ist bis auf die Linken keiner dafür.

    Es ist frustrierend, wenn man sieht, wie die Regierung den Karren in den Dreck fährt, indem sie ihn gradeaus rollen lässt. Die Frage ist wirklich, was man machen kann. In 3 Jahren dürfen wir wieder ankreuzen, und rechtzeitig vorher wird uns großangelegt eingepaukt, dass alles andere als die CDU zu wählen unvernünftig ist. Und was bewirkt es schon? Drei Prozent plus oder minus bei CDU oder SPD und darauf wird es hinauslaufen.

  • In Moment sieht man, wozu die NATO-verseuchten UA-Faschos und damit auch unsere Politiker bereit sind: selbst vor dem Artilleriebeschuss von Wohnquartalen und namentlich Schulen schrecken diese Cretins nicht zurück. UND UNSERE POLITIKER DECKEN DENEN DEN RÜCKEN bzw. finanzieren diese (Adenauer-Stiftung finanziert Klitschko)!!
    DAS ist das tatsächliche Bedrohungsszenario und nicht das Kriegsgezeter der überhaupt nicht betroffenen Polen und Tschechen. Was hatten wir uns überhaupt im vergangenen Jahr in die innerukrainischen Angelegenheiten einzumischen? Ohne westliche Einmischung kein UA-Konflikt, keine Abtrennung der Krim und der Ost-UA und keine Milliardenzahlungen der EU für eine völlig bankrotte UA und deren heute nicht minder korrupten Politverbrecher!

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