Osteuropakrise
Auch Rumänien und Serbien erhalten IWF-Hilfen

Nach Ungarn und Lettland erhalten auch Rumänien und Serbien Milliardenkredite des Internationalen Währungsfonds (IWF). Nach IWF-Angaben will ein Vertreter des Währungsfonds am Donnerstag nach Wien reisen, um dort unter anderem Vertreter der Erste Group Bank und Raiffeisen International zu einem weiteren Engagement in Rumänien aufzufordern. Beide Institute sind stark in dem Land engagiert.

HB BUKAREST. Der IWF und die rumänische Notenbank wollen den Geldhäusern eine Reduzierung der Fremdwährungsreserven anbieten, die sie bei der Notenbank hinterlegen müssen. Im Gegenzug wollen sie von den Banken die Zusicherung erhalten, ihre rumänischen Ableger weiter finanziell zu unterstützen.

Nach Ungarn und Lettland erhielt am Mittwoch auch das von der Wirtschaftskrise schwer getroffene Rumänien einen Milliardenkredit vom IWF. Der IWF stellt dem südosteuropäischen Land zusammen mit der Weltbank und der Europäischen Union rund 20 Mrd. Euro zur Verfügung, wie der Fonds am Mittwoch in Bukarest mitteilte. Auch Serbien will der IWF mit einem Milliardenkredit unter die Arme greifen.

Allein der Währungsfonds unterstützt Bukarest laut dem für das Land zuständigen IWF-Beauftragten Jeffrey Franks mit 12,9 Mrd. Euro. Die Mittel sollen nach Angaben aus Verhandlungskreisen den Engpass in den Devisenreserven der Zentralbank auflösen. Ziel sei eine Senkung der Leitzinsen, um die Kreditvergabe wieder in Gang zu bringen.

Im Gegenzug verpflichte sich Rumänien zu einer strengeren Haushaltsdisziplin. Zudem machte der IWF Vorgaben zur Reform des Rentensystems sowie der Besoldung von Beamten, die sich in den vergangenen vier Jahren verdoppelt hatte.

Fünf Mrd. Euro kommen laut Franks von der Europäischen Union. Sie sollen offenbar zur Finanzierung des klammen Haushalts herangezogen werden, der 2008 mit 5,28 Prozent deutlich ins Minus gerutscht war. Bis zum Jahr 2011 soll das Land nach den Vorgaben der EU-Finanzminister (Ecofin) das Maastrichtkriterium von 3,0 Prozent erreichen. Nach Ungarn und Lettland ist Rumänien das dritte EU-Land, das sich durch einen solchen Kredit helfen lässt.

Auch das Nicht-EU-Mitglied Serbien lässt sich vom IWF mit einem Milliardenkredit unter die Arme greifen. Die serbische Regierung habe sich mit dem IWF auf einen Kredit in Höhe von drei Mrd. Euro verständigt, sagte Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic serbischen Medienberichten zufolge am Mittwoch. Die Einigung sei sehr wichtig für Serbien und bringe dem Finanzsystem des Landes neue Sicherheit.

Der Balkanstaat wurde von der weltweiten Wirtschaftskrise schwer getroffen, der serbische Dinar verlor in den vergangenen Monaten ein Viertel seines Werts. Einzelheiten der Vereinbarung sollten am Donnerstag bekannt gegeben werden, sagte Dinkic.

Nun will sich auch Bosnien vom IWF helfen lassen. Finanzminister Dragan Vrankic sei damit beauftragt worden, den IWF zu Gesprächen über die Vergabe eines Notkredits einzuladen, teilte der nationale Steuerrat am Mittwoch mit. Angaben über die benötigte Höhe des Kredits machte das Gremium nicht. Die Regierung hatte sich in der vergangenen Woche 80 Mio. Euro von Kreditbanken geliehen, um das Loch von mehr als 130 Mio. Euro in der Staatskasse teilweise zu stopfen. Bosnien ist ebenso wie Rumänien und Serbien durch die internationale Finanzkrise in Bedrängnis geraten.

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