Ostukraine
Mindestens zwei Menschen sterben in Slawjansk

Auch nach der Präsidentenwahl flauen die Kämpfe in der Ukraine nicht ab. Das Schicksal festgesetzter OSZE-Beobachter bleibt unklar. Der deutsche Diplomat Ischinger gibt sein Vermittleramt angeblich ab.
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KiewBei neuen schweren Gefechten zwischen ukrainischen Sicherheitskräften und militanten Separatisten sind mindestens zwei Menschen getötet und acht verletzt worden. Im Zentrum der Kämpfe stand erneut die Stadt Slawjansk im Osten der früheren Sowjetrepublik. Hier seien beim nächtlichen Vorrücken von Regierungseinheiten zwei Zivilisten erschossen und vier verletzt worden, sagte ein Sprecher der prorussischen Aktivisten am Samstag. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht.

Im Fall der festgesetzten OSZE-Beobachter sagte Separatistenführer Wladimir Rogow, die vier Männer aus Dänemark, Estland, der Schweiz und der Türkei stünden unter „Spionageverdacht“. „Wir unterhalten ständigen Kontakt mit der OSZE-Mission. Sie weiß Bescheid, dass mit ihren Jungs alles okay ist“, sagte Rogow in der Großstadt Donezk. Russland führt nach eigenen Angaben Gespräche mit den militanten Separatisten in der Ostukraine. „Die Freilassung zieht sich hin“, sagte Russlands OSZE-Botschafter Andrej Kelin am Samstag der Agentur Itar-Tass. Dauer und Ergebnis der Verhandlungen seien völlig offen.

Ein anderer Sprecher der Aktivisten betonte, möglicherweise würden die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen ausgetauscht. Derzeit werden zwei OSZE-Teams in der Ostukraine vermisst.

Die russische Tageszeitung „Kommersant“ berichtete, dass der OSZE-Ukraine-Beauftragte Wolfgang Ischinger seinen Posten verlassen werde. Das Mandat des deutschen Diplomaten sei am Tag der ukrainischen Präsidentenwahl am 25. Mai abgelaufen, wurde Roland Bless von der OSZE zitiert. Ischinger hatte nach seiner Ernennung im Mai dreimal den Runden Tisch zur nationalen Einheit moderiert.

Das russische Außenministerium sprach sich für eine Fortsetzung dieser Dialogrunden aus. Dabei sollten alle politischen Kräfte und alle Regionen des Landes vertreten sein, unterstrich ein Sprecher des Außenamtes in Moskau. Er forderte die Führung in Kiew erneut zum sofortigen Ende der „Anti-Terror-Operation“ gegen Separatisten auf.

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