Ostukraine
Moskau wirft Kiew Folter an Ex-Soldaten vor

Die Ukraine will zwei russische Soldaten festgenommen haben. Doch zur Pressekonferenz erscheinen diese nicht. Russland bestreitet, dass die beiden Männer dem Militär angehören - und stellt Forderungen.
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Kiew/Schtschastja/MoskauDie ukrainischen Streitkräfte haben angekündigt, die nach ihren Angaben in der Ostukraine gefangen genommenen russischen Soldaten bald der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am Montag wurden die beiden Soldaten - anders als erwartet - nicht bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz des ukrainischen Generalstabschefs Viktor Mujenko in Kiew vorgestellt.

Das Militär zeigte lediglich eine Waffe, die den Soldaten gehört haben soll. Die Namen der Gefangenen wurden mit Hauptmann Jerofejew und Feldwebel Alexandrow angegeben.

Mujenko sagte, die Soldaten seien bei ihrer Gefangennahme verletzt worden, "einer am Arm und einer am Bein". Sie befänden sich derzeit in einem Militärkrankenhaus in Kiew. "Ich weiß nicht, wann wir sie zeigen können", fügte Mujenko hinzu. Der Generalstabschef lud Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ein, die Gefangenen im Krankenhaus aufzusuchen, um sich zu vergewissern, dass es sich um russische Soldaten handle.

Den Männern drohe eine Anklage wegen Terrorismus und eine lebenslange Haftstrafe, zitierte die Agentur Unian am Montag Geheimdienstchef Valentin Naliwaitschenko. Die beiden Russen stammen Berichten zufolge aus der Stadt Togliatti. Sie waren am Wochenende bei der Ortschaft Schtschastja im Gebiet Luhansk festgenommen worden.

Das ukrainische Militär hatte am Sonntag erklärt, in der umkämpften Region in der Ostukraine seien zwei "russische Soldaten" gefangen genommen worden. Kiew und der Westen beschuldigen Russland, die Separatisten mit Waffen und Soldaten zu unterstützen, was Moskau jedoch bestreitet. Dem Kreml zufolge sind russische Bürger allenfalls freiwillig an der Seite der Separatisten an den Kämpfen beteiligt.

Russland spricht von Ex-Soldaten

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, bei den Gefangenen handle es sich um "ehemalige russische Soldaten". "Die Bürger Alexander Alexandrow und Jewgeni Jerofejew gehörten zum Zeitpunkt ihrer Festnahme nicht mehr den russischen Streitkräften an", sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Ria-Nowosti.

Die Ex-Soldaten hätten eine militärische Ausbildung genossen. Von der ukrainischen Armee seien sie "gefoltert" worden, damit sie für Kiew "günstige" Aussagen machten. Konaschenkow forderte die rasche Freilassung der Soldaten.

Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow wies Vorwürfe gegen Russland zurück. „Wir haben mehr als einmal gesagt, dass es keine russischen Soldaten im Donbass gibt“, sagte er.

Es war das zweite Mal seit Beginn der Kämpfe in der Ostukraine vor mehr als einem Jahr, dass Kiew die Gefangennahme russischer Soldaten verkündete. Im August waren zehn russische Fallschirmjäger gefangen genommen worden, sie konnten im Zuge eines Gefangenenaustauschs in ihre Heimat zurückkehren.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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