Ostukraine
Noch immer werden Leichen geborgen

Mehr als zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Abschuss einer Boeing bergen Experten in der Ostukraine noch immer Leichen der Opfer. Die Lage ist gespannt, weil der blutige Konflikt in der Region andauert.
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CharkowDie Überreste von weiteren Opfern des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine sind in der ostukrainischen Stadt Charkow angekommen. Eine Autokolonne mit Kühlabteilen brachte die Leichenteile am Sonntag von der Absturzstelle im Konfliktgebiet in eine Fabrikanlage, wie Medien am Sonntag berichteten.

Dort würden ukrainische Beamte und Experten aus den Niederlanden die Opfer für den Transport in ihre Heimat vorbereiten. Bei dem mutmaßlichen Abschuss der Boeing 777-200 mit der Flugnummer MH17 waren am 17. Juli alle 298 Insassen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer waren Niederländer.

Wann die Leichen per Flugzeug in die Niederlande übergeführt werden, war zunächst unklar. Die Bergungsarbeiten am Ort der Tragödie in Grabowo nahe der Stadt Donezk dauerten an.

Etwa 80 internationale Experten sind dort mit Leichenspürhunden unterwegs, um die letzten Überreste zu finden. Der Großeinsatz hatte am Samstag begonnen. Zuvor war der Zugang wegen der Gefechte zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten kaum möglich gewesen.

Die Arbeit sei „gut organisiert“ gewesen, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. „Die vereinbarte Feuerpause schien zu halten.“ Die Teams aus niederländischen und australischen Experten hätten ihr Einsatzlager in Soledar rund 100 Kilometer nordöstlich von der umkämpften Stadt Donezk aufgeschlagen. Nach Darstellung der OSZE lehnten die Separatisten allerdings Pläne der Australier ab, eine unbemannte Drohne einzusetzen, um aus der Luft die Lage am Absturzort besser zu überblicken.

Der niederländische Missionsleiter Pieter-Jaap Aalbersberg schätzte, der Einsatzwerde abhängig von der Sicherheitslage „mindestens mehrere Wochen dauern“. Australiens Premierminister Tony Abbott sagte, es werde ein „langer und langsamer Einsatz“ sein. Laut Aalbersberg sollte sich die Zahl der Spezialisten mit dem Eintreffen malaysischer Experten auf hundert erhöhen.

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