Ostukraine
Zwischen Krieg und Frieden

Alltag in der Ukraine: Eine Woche nach der Präsidentenwahl hat sich die Lage kaum beruhigt. In Slawjansk gab es Tote, Lebensmittel in Donezk gehen zur Neige. Und Kiew scheint machtlos gegenüber russischer Propaganda.
  • 0

DnipropetrowskEin Meer aus blauen und gelben Luftballons: In der ostukrainischen Stahl- und Bankenstadt Dnipropetrowsk ist Schulabschluss-Tag. Tausende junger Schülerinnen und Schüler feiern ihr Abitur oder auch nur den dreimonatigen Beginn der Sommerferien. Bei Temperaturen um die 30 Grad haben sich in der Millionenmetropole Schüler, Eltern, Großeltern und Freunde versammelt, um den großen Tag zu zelebrieren. Ausgelassen und fröhlich, und ganz wenig erinnert daran, dass nur rund 200 Kilometer entfernt auch an diesem Wochenende gekämpft wird.

Alltag in der Ukraine. Krieg und Frieden liegen dicht beieinander. Entspannungssignale und erneute Eskalation auch. Eine Woche nach der Wahl von Petro Poroschenko zum neuen Präsidenten der Ukraine hat sich die Lage im Osten des Landes nur wenig verändert. Aus Slawjansk, einer seit Wochen von prorussischen Kräften besetzten Stadt in der Region Donezk kam es in der Nacht auf Samstag wieder zu schweren Kämpfen zwischen ukrainischer Armee und Separatisten. Mindestens zwei Zivilisten sollen dabei getötet worden sein. Bestätigen lassen sich solche Berichte nicht, da das Gebiet mittlerweile so gefährlich geworden ist, dass nahezu alle Journalisten die Gegend verlassen haben.

Weiter treiben prorussische Separatisten auch in Donezk, aber auch in Kramatorsk und Luhansk ihr Unwesen, haben die dortige Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Die von der Regierung in Kiew bereits vor Wochen gestartete „Anti-Terror-Operation“ hat bislang nur wenige Erfolge vorzuweisen. Zwar konnte Ende der Woche der von Separatisten besetzte Flughafen von Donezk wieder zurückerobert werden, doch Ruhe ist in der Region damit nicht eingekehrt.

Kommentare zu " Ostukraine: Zwischen Krieg und Frieden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%