OSZE ruft zur Stimmabgabe auf
Serben boykottieren Wahlen im Kosovo

Im Kosovo wird ein neues Parlament gewählt. Die Beteiligung der serbischen Minderheit ist nach einem Boykottaufruf aber nur gering. Ergebnisse werden am Montag erwartet.

HB BERLIN.

Im Kosovo wird am Samstag wird zum zweiten Mal seit die hauptsächlich von Albanern bewohnte südserbische Provinz 1999 unter UN-Verwaltung gestellt wurde ein neues Parlament gewählt. Überschattet wird die Abstimmung allerdings vom Boykottaufruf serbischer Politiker. Bis zum Mittag beteiligten sich nur wenige serbische Bürger, die etwa zehn Prozent der zwei Millionen Einwohner des Kosovo stellen, an der Abstimmung. «Das ist nicht unsere Wahl, und sie ist nicht in unserem Interesse», kritisierte der Politiker Milan Ivanovic. In Zvecan nördlich der Haupstadt Pristina besuchten serbische Politiker demonstrativ einen Gottesdienst, statt ihre Stimme abzugeben.

Insgesamt 20 der 120 Sitze im Regionalparlament sind serbischen Abgeordneten und Vertretern anderer Minderheiten vorbehalten. Um den Einzug ins Parlament bewarben sich 33 politische Gruppierungen und unabhängige Kandidaten. Vorläufige Ergebnisse werden am Montag erwartet.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) rief noch kurz vor Öffnung der Wahllokale zur Teilnahme an der Abstimmung auf. «Das ist Eure Zukunft, sie liegt in Euren Händen und in diesen Urnen», sagte OSZE-Sprecher Pascal Fieschi. Die Wahl sei wichtig für das Kosovo und für das gesamte Europa.

Auch fünf Jahre nach dem Krieg, ist der künftige Status des Kosovos noch nicht geklärt. Die Albaner dringen auf Unabhängigkeit von Serbien-Montenegro, die Serben wollen, dass die Provinz Teil des Nachfolgerstaates von Jugoslawien bleibt. Die serbische Minderheit lebt weitgehend in eigenen Enklaven, immer wieder kommt es zu Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen.

Rund 10.000 Polizisten sollten für Sicherheit während der Wahl sorgen, außerdem wurde das Kontingent der NATO-geführten internationalen Schutztruppe KFOR um 1500 Soldaten auf 19.300 Mann aufgestockt. 13.000 Wahlbeobachter waren im Einsatz.

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