Ozonkiller
Uno-Konferenz beschließt Aus für H-FCKW

Die als Kühlmittel verwendeten Ozonkiller H-FCKW (Teilhalogenierte Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe) sollen zehn Jahre früher als geplant aus dem Verkehr gezogen werden. Darauf einigten sich Regierungsvertreter von 191 Ländern bei einer Konferenz im kanadischen Montréal.

dpa MONTRÉAL/NEW YORK. Der Direktor des Uno-Umweltprogramms Unep, Achim Steiner, begrüßte den Beschluss als bedeutenden Durchbruch. „Wir haben mit einem Schlag gleich zwei Ziele der internationalen Umweltpolitik erreicht“, sagte Steiner der Deutschen Presse-Agentur dpa am Samstagabend in New York.

Das vorzeitige Aus für die H-FCKW ist Experten zufolge eine entscheidende Schutzmaßnahme für die Ozonschicht und wird zugleich die weltweiten Treibhausgasemissionen senken. Die Chemikalien waren zunächst als relativ harmlos angesehen und als Ersatzstoffe für die FCKW (Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe) eingesetzt worden. Seitdem zeigte sich aber, dass auch sie die Ozonschicht zerstören und zum Treibhauseffekt beitragen.

Nach dem neuen Abkommen müssen sie in Industrieländern bis etwa 2020 und in Entwicklungsländern bis 2030 abgeschafft sein. Dem alten Zeitplan nach war der Ausstieg aus der Produktion und Verwendung von H-FCKW erst für 2030 beziehungsweise 2040 vorgesehen. Auf das Verbot der FCKW (Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe), die durch die H-FCKW ersetzt wurden, hatten sich 24 Staaten 1987 in Montréal geeinigt.

Kanadas Umweltminister John Baird sprach nach der Einigung der 191 Mitgliedsländer des Montréaler Protokolls am späten Freitagabend (Ortszeit) von einer „historischen Nacht“. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) lobte in Berlin den „wichtigen Beitrag zur schnelleren Erholung der Ozonschicht und zugleich zum Klimaschutz“.

Der Unep-Experte Lambert Kuijpers begrüßte vor allem die Zusage Chinas, sich an die Abmachung zu halten. Laut Kuijpers entfallen 80 Prozent aller in Entwicklungsländern verwendeten H-FCKW auf China. Der endgültige Verzicht auf die H-FCKW dürfte Unep zufolge einem Abbau des globalen Treibhausgasausstoßes um 3,5 Prozent pro Jahr entsprechen.

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