Pakistan
Angst vor Anschlägen bei D8-Gipfel

Nach Bombenanschlägen in Pakistan sind die Sicherheitsvorkehrungen beim Developing-8-Gipfel in Islamabad erhöht worden. Zum Start des Wirtschaftstreffens islamischer Staaten drehte sich alles um den Gazakonflikt.

IslamabadIn der Stadt Rawalpindi nahe Islamabad hat ein Selbstmordattentäter in der Nacht zu Donnerstag mindestens 16 Menschen getötet. Die Opfer nahmen an einer Prozession schiitischer Muslime teil. Auch bei Bombenabschlägen in der Hafenstadt Karachi kamen zwei Menschen ums Leben gekommen. Das hat die Sicherheitskräfte in Islamabad in Alarmbereitschaft versetzt – denn in Pakistans Hauptstadt kamen heute die Teilnehmer des Developing-8-Gipfel zusammen.

Eigentlich geht es bei dem Treffen acht islamischer Staaten um Wirtschaftsfragen. Doch der Beginn des Gipfels stand ganz im Zeichen des Gazakonflikts. Die Bombardements und die ausgehandelte Waffenruhe waren das Hauptthema. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan warf Israel in der Gaza-Krise einen „Angriff auf die Menschlichkeit“ vorgeworfen. Zugleich lobte Erdogan die Rolle Ägyptens bei der Vermittlung der Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte seine Teilnahme an dem Gipfel der D8-Gruppe wegen des Nahost-Konflikts abgesagt.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete die Waffenruhe im Gazastreifen als einen Sieg des palästinensischen Widerstands und Offenbarung der Zerbrechlichkeit Israels. „Ein kleiner Ort wie Gaza hat sich gegen die Zionisten gestellt und gesiegt“, sagte Ahmadinedschad nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. „Dies ist eine weitere Offenbarung, wie schwach und zerbrechlich die Zionisten und ihre Verbündeten sind.“

Hinter verschlossen Türen erörtern die Staats- und Regierungschefs nun, wie sie in Wirtschaftsfragen zusammenarbeiten können. Die D8-Gruppe geht auf eine Initiative der Türkei zurück. 1997 schlossen sich acht damalige Entwicklungsländer zu diesem Bündnis unter dem Namen „Developing-8“ zusammen: Ägypten, Bangladesch, Indonesien, der Iran, Malaysia, Nigeria, Pakistan und die Türkei. Ziel der Gruppe ist es, die Position ihrer Mitgliedsstaaten in der Weltwirtschaft verbessern, neue Möglichkeiten für Handelsbeziehungen schaffen, ihre Beteiligung an Entscheidungen weltweit stärken und den Lebensstandard der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung anheben.

 


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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