Pakistan
Bhutto-Sohn wird neuer Partei-Vorsitzender

Pakistans oppositionelle Volkspartei hat nach der Ermordung ihrer Chefin Benazir Bhutto deren 19-jährigen Sohn Bilawal zum neuen Vorsitzenden ernannt. Bhuttos Ehemann Asif Ali Zardari sei neben Bilawal zum zweiten Parteichef bestimmt worden, berichtete der pakistanische Fernsehsender Geo TV.

HB ISLAMABAD. Drei Tage nach der Ermordung ihrer Chefin Benazir Bhutto hat die größte pakistanische Oppositionspartei Bhuttos Sohn Bilawal zum Vorsitzenden ernannt. An die Seite des 19-Jährigen stellte die Spitze der PPP Bhuttos Ehemann Asif Ali Zardari. Damit bleibt die Führung in den Händen der politischen Dynastie, die vom ersten gewählten Ministerpräsidenten Pakistans, Zulfikar Ali Bhutto, begründet worden ist.

„Bilawal wird Vorsitzender und Herr Zardari wird Co-Vorsitzender“, sagte ein Parteivertreter, der am Sonntag an den Beratungen der Pakistans People's Party (PPP) in Bhuttos Heimatort Naudero in der südlichen Provinz Sindh teilnahm. Die von Bhuttos Vater gegründete Partei hatte angekündigt, die Entscheidung nach der Verlesung des Testaments ihrer am Donnerstag getöteten Chefin zu treffen. Diese Aufgabe war bereits Bilawal zugefallen.

Der direkte Nachkomme Zulfikars und Benazirs galt im Vorfeld der Entscheidung zwar als möglicherweise zu jung für den Posten. Die Partei wurde jedoch seit ihrer Gründung 1968 so sehr von den beiden Bhuttos dominiert, dass kaum einem Parteipolitiker zugetraut wurde, das drohende Machtvakuum zu füllen.

Der schlanke, groß gewachsene 19-Jährige erinnert äußerlich an seine charismatische Mutter und studiert derzeit in Oxford Jura. Er ist das älteste der drei Kinder des Paares, das viele Jahre im Exil verbracht hat, bevor es vor wenigen Wochen nach Pakistan zurückkehrte, um die PPP in die für Januar geplanten Wahlen zu führen. Parteibeobachter erwarteten, dass Zardari großen Einfluss auf die anstehenden Entscheidungen ausüben werde. Der ehemalige Zementfabrikant war der engste politische Vertraute der zweimaligen Ministerpräsidentin und war während ihrer Regierungsperiode von 1993 bis 1996 Industrieminister.

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