Pakistan
El Kaida bekennt sich zu Bhutto-Mord

Das Terrornetz El Kaida hat sich nach Angaben der US-Bundespolizei FBI und der Behörde für Heimatsicherheit zu dem Selbstmordanschlag auf Benazir Bhutto bekannt. Die Nummer zwei der Organisation, Ajman al Sawahri, habe das Attentat auf die pakistanische Oppositionsführerin geplant, hieß es in einer Mitteilung des FBI und der Behörde für Heimatsicherheit an die Strafverfolgungsbehörden unter Berufung auf islamistische Webseiten.

HB WASHINGTON/RAWALPINDI/ISLAMABAD. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag aus Polizeikreisen. Auch die „Asia Times“ berichtete am Freitag in ihrer » Onlineausgabe, die Al-Kaida-Führung habe telefonisch die Verantwortung für die Ermordung der 54-Jährigen übernommen. Den Angaben zufolge soll es sich bei dem Anrufer um den Chef des Terrornetzwerkes in Afghanistan, Mustafa Abu al-Yazid, handeln. Er habe den Mord als „ersten großen Sieg“ gegen die Verbündeten des Westens in Pakistan bezeichnet, hieß es weiter.

Bhutto war am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi von einem Attentäter durch Schüsse tödlich verletzt worden. Anschließend sprengte sich der Attentäter selbst in die Luft und riss mindestens 20 weitere Menschen mit in den Tod. Sie soll noch an diesem Freitag in ihrem Heimatort Garhi Khuda Baksh in der südpakistanischen Provinz Sindh beigesetzt werden. Nach dem Attentat war es in der Nacht landesweit zu Ausschreitungen aufgebrachter Bhutto-Anhänger gekommen. In Sprechchören wurde Staatschef Pervez Musharraf von Anhängern Bhuttos als Mörder beschimpft.

Der frühere Premierminister Nawaz Sharif, ein politischer Rivale Bhuttos, kündigte am Abend einen Boykott der für den 8. Januar geplanten Wahlen an und rief zum Generalstreik auf. Präsident Pervez Musharraf, der erst vor zehn Tagen den Ausnahmezustand in Pakistan aufgehoben hatte, rief die Bevölkerung dagegen zur Ruhe auf. Er ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Aus mehreren Städten des Landes, das seit 1998 Atommacht ist, wurden nach dem Mordanschlag gewalttätige Proteste gemeldet. US-Präsident George W. Bush verurteilte den Anschlag ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere westliche Regierungen. Der UN-Sicherheitsrat kam kurzfristig zu eine Sondersitzung zusammen.

Der Attentäter habe nach Ende der Wahlveranstaltung auf den weißen Geländewagen geschossen, mit dem die Parteichefin wegfahren wollte, sagte ein Sprecher ihrer Pakistanischen Volkspartei PPP, Farhadullah Babar. Bhutto sei schon tot gewesen, als ihr Fahrzeugkonvoi gegen 17.30 Uhr Ortszeit das Krankenhaus von Rawalpindi erreichte.

Erst vor zehn Wochen - bei ihrer Rückkehr aus dem selbst gewählten Exil - war die Politikerin einem Selbstmordanschlag auf ihre Wagenkolonne in der Hafenstadt Karachi entgangen. 140 Menschen wurden getötet. Sie selbst blieb damals unverletzt.

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