Pakistan: Keine Irak-Truppen ohne Uno-Mandat
USA wünschen türkische Truppen für Irak

Angesichts anhaltender Guerilla-Angriffe im Irak haben die USA die Türkei um die Entsendung von Truppen gebeten. Zuvor war bekannt gewroden, dass nach Indien hat nun auch Pakistan der US-Bitte um Entsendung von Truppen in den Irak ohne internationales Mandat eine Absage erteilt hat.

dpa ISLAMABAD/ISTANBUL. Wie die türkische Zeitung „Hürriyet“ am Montag unter Berufung auf Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan berichtete, sei mit einer Entscheidung über einen Einsatz von rund 5000 Soldaten bis Ende dieses Monats zu rechnen. Pakistan lehnte am Montag die US-Bitte um Entsendung von Truppen in den Irak ohne internationales Mandat ab.

Die mögliche Truppenentsendung Ankaras dürfte ein Hauptthema von Gesprächen des türkische Außenminister Abdullah Gül an diesem Dienstag in Washington sein. Die türkische Regierung möchte nach dem „Hürriyet“-Bericht vor einem Beschluss geklärt wissen, ob die Soldaten einer internationalen Truppe mit Uno- oder Nato-Mandat angehören oder unabhängig davon zum Einsatz kommen sollen. Einer Entsendung müsste auch das türkische Parlament zustimmen. Vor dem Irak-Krieg hatte es eine Krise in den türkisch-amerikanischen Beziehungen gegeben, weil das Parlament in Ankara den USA den Aufbau einer Nordfront vom türkischen Gebiet aus nicht erlaubt hatte.

Im Irak riss unterdessen die Serie von Angriffen auf die US- Besatzungsarmee nicht ab. Ein US-Soldat und ein irakischer Übersetzer wurden am Montag im Norden von Bagdad getötet und drei weitere Soldaten verletzt, als ihr Fahrzeug von einer Bombe zerstört wurde. Zusätzlich schossen die unbekannten Attentäter mit Kleinfeuerwaffen auf ihre Opfer. Wie das US-Militärkommando in Bagdad weiter mitteilte, wurden zudem zwei US-Soldaten bei einer Attacke von Untergrundkämpfern in Ramadi, 100 Kilometer westlich von Bagdad, verletzt.

Briten weniger gefährdet

Der irakische provisorische Regierungsrat wählte am Montag entgegen den Erwartungen noch keine Führungsspitze. Die Tendenz gehe „in Richtung eines kollektiven Präsidiums“, sagte Ratssprecher Hoschjar Sebari. Das 25-köpfige Gremium, in dem alle Volksgruppen und Konfessionen repräsentiert sind, war am Sonntag vor einer Woche von US-Verwalter Paul Bremer eingesetzt worden.

Nach Indien hat nun auch Pakistan der US-Bitte um Truppen für den Irak ohne internationales Mandat eine Absage erteilt. Pakistan werde nur mit einem Mandat der Vereinten Nationen, der Organisation der Islamischen Konferenz oder eines anderen „multilateralen Forums“ eine Entsendung erwägen, teilte das Außenministerium in Islamabad mit. Vor einer Woche hatte Indien die US-Bitte um Entsendung von 17 000 Soldaten in den Irak ohne Uno-Mandat abgelehnt.

Der britische Generalmajor Peter Wall vertrat unterdessen die Ansicht, dass die britischen Soldaten im Südirak weniger durch Guerilla-Angriffe gefährdet seien als die Amerikaner in Bagdad. „Die Masse der Baath-Sympathisanten ist beim Einmarsch der Amerikaner und Briten nach Norden geflohen“, sagte Wall am Montag in Herford. Er kommandierte während des Krieges die 1. Britische Panzerdivision im der Region um die südirakische Stadt Basra und ist zur Zeit Kommandeur der rund 20 000 britischen Soldaten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

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