International

_

Pakistan: Mehr als 100 Menschen sterben bei Anschlag

Die Zahl der Toten des Selbstmordanschlags im Nordwesten Pakistans ist auf 102 gestiegen. Aus Dutzenden eingestürzter Geschäfte seien in der Nacht weitere Leichen geborgen worden, teilte der stellvertretende Regierungsgesandte der an der Grenze zu Afghanistan gelegenen Region Mohmand, Rasool Khan, am Samstag mit.

Nach dem Anschlag durchsuchten pakistanische Truppen der Armee Menschen rund um den Anschlagsort. Quelle: ap
Nach dem Anschlag durchsuchten pakistanische Truppen der Armee Menschen rund um den Anschlagsort. Quelle: ap

HB ISLAMABAD. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, teilten pakistanische Regierungsvertreter im Nordwesten des Landes am Samstag mit. Zwei Attentäter hatten am Freitag Sprengsätze vor dem Amtssitz der Regionalverwaltung im Stammesgebiet Mohmand gezündet.

Anzeige

Der Anschlag galt einer Versammlung von örtlichen Milizen, die gegen die radikal-islamische Taliban in der Region vorgehen. Weitere 100 Menschen wurden verletzt.

Durch die Wucht der Detonationen wurden in der Ortschaft Yaka Ghund etwa 70 Geschäfte und 15 Wohnhäuser zerstört. Die beiden Attentäter hätten versucht, mit einem Motorrad zu fliehen, sagte der Behördenchef Rasool Khan der Nachrichtenagentur dpa. Durch die heftige Detonation seien aber auch sie getötet worden. Zunächst hatte Khan von einem Selbstmordanschlag gesprochen.

Über die genaue Zahl der Opfer gab es am Samstag abweichende Angaben. Während der pakistanische Fernsehsender GEO TV von mehr als 100 Toten berichtete, sprach die örtliche Regierung von 96 Toten. Ein Sprecher der pakistanischen Taliban sagte, seine Organisation habe die Bombenanschläge begangen. Der pakistanische Premierminister Yousuf Raza Gilani verurteilte die Bluttat. Seine Regierung werde sich nicht den Taliban beugen und „die Operationen gegen die Terroristen bis zu deren Vernichtung fortsetzen“.

Das Stammesgebiet Mohmand gilt als eine Hochburg der Taliban und als Rückzugsraum für Angehörige der Terrororganisation Al-Kaida. In Mohmand und anderen Teilen der Gebirgsregion gehen pakistanische Sicherheitskräfte seit Monaten verstärkt gegen die Extremisten vor, die im Gegenzug immer wieder Anschläge im Land verüben.

Erst vor einer Woche waren bei einem Doppelanschlag auf einen muslimischen Schrein in der ostpakistanischen Millionenstadt Lahore mehr als 40 Menschen getötet und über 170 weitere verletzt worden. Zu Jahresbeginn starben etwa 100 Menschen bei einer Bombenexplosion auf einem Sportplatz im pakistanischen Distrikt Lakki Marwat, der an die Taliban-Hochburg Süd-Waziristan grenzt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Anti-Terror-Kampf: Obama schränkt den Drohnenkrieg ein

Obama schränkt den Drohnenkrieg ein

Der Kampf gegen den Terror geht in eine „neue Phase“: Barack Obama erlässt strengere Richtlinien zum Einsatz von Drohnen. Neu ist unter anderem, dass die Staaten, in denen der Einsatz erfolgen soll, davon wissen sollen.

Rede in Paris: Bundesbank-Chef drängt Frankreich zum Sparen

Bundesbank-Chef drängt Frankreich zum Sparen

Frankreich müsse mehr Disziplin an den Tag legen, meint Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Dem Land mehr Zeit zur Bewältigung seines Haushaltsdefizits einzuräumen, sei falsch.

„Euro-Hawk“-Desaster: Merkels Treuester wird zum Klotz am Bein

Merkels Treuester wird zum Klotz am Bein

Thomas de Maizière und Angela Merkel verbindet mehr als die Regierungsbank und die gemeinsame Zeit im Kanzleramt. De Maizière war einer von Merkels ersten Förderern. Nach dem „Euro-Hawk“-Fehlschlag wird er zum Problem.

Handelsblog Pekings gefälschtes Ikea-Möbelhaus

Am meisten haben es mir die blau-gelben Polohemden der Möbelberaterinnen angetan. Der Schriftzug links auf der Brust lautet zwar „Joyme“, nicht „Ikea“, doch ansonsten wirken sie so schweden-mäßig, wie das überhaupt nur sein kann. Doch... Von Finn Mayer-Kuckuk. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International