Pakistan
Mindestens 23 Tote bei Taliban-Anschlag

Extremisten haben im Nordwesten Pakistans einen der blutigsten Selbstmordanschläge in diesem Jahr verübt. Das Ziel war eine Registrierungsbehörde. Das Amt sei „Teil des Krieges“, erklären die Taliban.

IslamabadBei einem der blutigsten Selbstmordanschläge in Pakistan in diesem Jahr sind mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. 56 Menschen seien verletzt worden, sagte Abdul Wahid, ein Mitglied der örtlichen Rettungsbehörde am Dienstag. Die Bombe explodierte, als der Attentäter in Mardan im Nordwesten des Landes mit seinem Motorrad das Tor des Nationalen Amts für Datensammlung und Registrierung (Nadra) rammte.

Zu der Tat bekannte sich Jamat ul-Ahrar, eine Splittergruppe der Talibangruppe Tehrik-e Taliban. Sprecher Ehsanullah Ehsan twitterte, das Amt sei ins Visier geraten, weil es „Teil des Krieges“ sei; gemeint ist Pakistans Kampf gegen einige seiner Extremistengruppen. Seit vor einem Jahr pakistanische Taliban in einer Schule 136 Kinder massakrierten, geht die Armee entschieden gegen sie vor.

Die Nadra ist die zentrale Registrierungsbehörde Pakistans. Mithilfe der dort gesammelten Daten, zum Beispiel Fingerabdrücken oder Informationen zu Verwandtschaftsverhältnissen, spürt die Regierung Extremisten auf. In den örtlichen Ämtern werden aber auch Pässe oder Geburtsurkunden ausgestellt. Menschen warteten auch am Dienstag dort in langen Schlangen. Das trieb den Blutzoll schnell in die Höhe.

Erst vor zwei Wochen waren 24 Menschen bei einem Bombenanschlag auf einem Markt in den Stammesgebieten nahe der afghanischen Grenze getötet worden. Zu dieser Tat bekannte sich die Anti-Schiiten-Gruppe Lashkar-e Jhangvi. Insgesamt ging die Zahl der Anschläge in Pakistan in diesem Jahr stark zurück.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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