Pakistan
Minister an Ausreise gehindert

Nach der Aufhebung eines Amnestiegesetzes durch das Oberste Gericht in Pakistan und der Wiederaufnahme zahlreicher Strafverfahren ist der Verteidigungsminister des Landes am Flughafen von Islamabad an der Ausreise gehindert worden. Nachdem das Oberste Gericht des Landes das Gesetz gekippt hat, sorgen Putschgerüchte auch für Aufregung an den weltweiten Finanzmärkten.
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HB ISLAMABAD. Die Zeitung "Dawn" berichtete am Freitag, Grenzbeamte hätten Minister Ahmed Mukhtar am Vorabend die Abreise zu einem China-Besuch verweigert, da er zu einer Gruppe von 247 Personen gehöre, die das Land auf richterliche Anordnung nicht verlassen dürften. Grund sei ein seit zwölf Jahren anhängiges Korruptionsverfahren, hieß es. Der Minister wies die Vorwürfe zurück und beteuerte seine Unschuld.

Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari wies Gerüchte über einen Putsch als falsch zurück. "Natürlich gibt es keinen Staatsstreich", sagte Zardaris Sprecher Farhatullah Babar am Freitag. Die Gerüchte über einen angeblichen Putsch in Pakistan sorgten für Aufregung an den weltweiten Finanzmärkten. Die politische Entwicklung in Pakistan wird besonders aufmerksam verfolgt, weil das Land über Atomsprengköpfe verfügt. Der Euro fiel zum Schweizer Franken auf den tiefsten Stand seit März. Der Franken gilt allgemein als ein sicherer Hafen unter den Devisen.

Das Oberste Gericht hatte am Mittwoch das von Ex-Militärmachthaber Pervez Musharraf auf den Weg gebrachtes Gesetz für verfassungswidrig erklärt. Mit dessen Inkrafttreten waren Ende 2007 Strafverfahren gegen mehr als 8000 Politiker und Beamte eingestellt worden. Die Amnestie hatte auch dem amtierenden Staatschef Asif Ali Zardari die Rückkehr aus dem Exil ermöglicht, gegen den unter anderem wegen Erpressung und Korruption ermittelt worden war. Zardari ist seit September 2008 Präsident und vor Strafverfolgung geschützt.

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