Pakistan
Musharraf will die Uniform an den Nagel hängen

Der umstrittene pakistanische Präsident Pervez Musharraf will nach Angaben seines Sprechers an diesem Mittwoch vom Amt des Armeechefs zurücktreten.

HB ISLAMABAD. Musharrafs Sprecher Rashid Qureshi sagte der britischen BBC, am Donnerstag wolle Musharraf sich dann als Präsident für weitere fünf Jahre vereidigen lassen.

Generalstaatsanwalt Malik Mohammad Qayyum bekräftigte, Musharraf werde am Donnerstag als „ziviler Präsident“ vereidigt. Der aus dem Exil zurückgekehrte Oppositionsführer Nawaz Sharif schloss am Montag eine Zusammenarbeit mit Musharraf aus, auch wenn dieser die Uniform wie angekündigt ablege. „Ich werde nicht Premierminister werden, wenn Musharraf Präsident ist“, sagte Sharif vor Abgabe seiner Bewerbungsunterlagen für die Parlamentswahlen am 8. Januar bei der Wahlkommission.

Generalstaatsanwalt Qayyum sagte, nach geltendem Wahlrecht sei „sehr zweifelhaft“, ob der vorbestrafte Ex-Premierminister bei den Wahlen kandidieren dürfe. Sharif forderte, alle von Musharraf unter dem Ausnahmezustand beschlossenen Maßnahmen müssten rückgängig gemacht werden. Die von Musharraf entlassenen kritischen Richter am Verfassungsgericht müssten wieder in ihre Ämter eingesetzt werden. Musharraf hat sich bislang nicht dazu geäußert, wann er den am 3. November verhängten Ausnahmezustand aufheben will.

Sharif war nach Musharrafs Machtübernahme 1999 zu lebenslanger Haft wegen Hochverrats verurteilt worden. Musharraf hatte ihn im Jahr darauf begnadigt und ins Exil geschickt. Sharif war am Sonntag unter dem Jubel tausender Anhänger, die sich trotz Ausnahmezustands versammelt hatten, aus Saudi-Arabien in seine Heimatstadt Lahore zurückgekehrt.

Nach einem elfstündigen Festzug erreichte Sharifs Konvoi am Montagmorgen sein Ziel, den Schrein eines Sufi-Heiligen. „Pakistan wurde nicht für Diktatoren und Ausnahmezustände geschaffen“, sagte Sharif vor Anhängern seiner Pakistanischen Muslim-Liga (PML-N). „Ich bin hier, um eine Rolle dabei zu spielen, das Land von der Diktatur zu befreien.“

Sharif war bereits im September nach Pakistan zurückgekehrt, von den Behörden aber umgehend wieder abgeschoben worden. Musharraf war in der vergangenen Woche zu Gesprächen mit der politischen Führung in Riad. Die Chefin der oppositionellen Pakistanischen Volkspartei PPP, Ex-Premierministerin Benazir Bhutto, begrüßte die Rückkehr ihres früheren Gegenspielers. Nach gescheiterten Verhandlungen über eine Teilhabe an der Macht hat auch Bhutto eine Zusammenarbeit mit Musharraf ausgeschlossen und dessen Rücktritt gefordert.

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