Pakistan
Musharrafs Flugzeug beschossen

Unbekannte haben am Freitag in Islamabad nach Angaben aus Sicherheitskreisen das Flugzeug des pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf beschossen. Ob der Anschlag mit den Kämpfen um die Rote Moschee in Islamabat zusammenhängt, blieb unklar. Dort spitzt sich die Lage weiter zu.

HB ISLAMABAD. Die Maschine, die gerade abgehoben hatte, sei bei dem Anschlag nicht getroffen und Musharraf nicht verletzt worden, berichteten pakistanische Medien. Ein Polizeioffizier, der nicht genannt werden wollte, bestätigte den Beschuss. Die Polizei habe auf dem Dach eines Hauses nahe der Luftwaffenbasis Chaklala Flugzeugabwehrwaffen gefunden, sagte er. Zwei Männer und eine Frau seien beobachtet worden, wie sie nach den Schüssen das Haus verließen. Musharraf hat bereits mehrere Anschläge radikal- islamischer Muslime überlebt.

Das Militär nannte Berichte über den Attentatsversuch spekulativ. Der Präsident wollte nach Medienangaben nach den schweren Überflutungen der vergangenen Tage die betroffene Region in der südpakistanischen Provinz Belutschistan besuchen.

Unklar blieb zunächst, ob es einen Zusammenhang mit den Kämpfen um die Rote Moschee im Zentrum der Hauptstadt gab. Dort spitzt sich die Machtprobe mit der Regierung von Präsident Pervez Musharraf weiter zu, und die Spekulationen über eine bevorstehende Erstürmung des Geländes verstärkten sich. Eine Gruppe von besorgten Eltern hat am Freitagmorgen die von Muslimextremisten besetzte Rote Moschee im pakistanischen Islamabad betreten.

In dem Gebäude, dass seit Tagen von Sicherheitskräften umstellt ist, sollen noch mehrere hundert Schüler sein, darunter auch viele Frauen und Kinder. Minuten nachdem die Eltern die Moschee gegen acht Uhr morgens Ortszeit (5.00 Uhr MESZ) betreten hatten, waren vereinzelte Schüsse zu hören. Eine Stunde später war die Gruppe von rund 25 Menschen immer noch in dem Gebäude.

Regierungsbeamten zufolge hat Präsident Pervez Musharraf die Sicherheitskräfte angewiesen, den Eltern so lange wie möglich Zeit zu geben, damit diese ihre Kinder herausholen können. Die Regierung hatte zuvor das Kapitulationsangebot eines der Geistlichen in dem Gebetshaus abgelehnt. Es sei unannehmbar, eine Aufgabe mit Bedingungen zu verknüpfen, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. Er forderte die Rebellen auf, Frauen und Kinder aus der Moschee zu lassen, die dort gegen ihren Willen als menschliche Schutzschilde festgehalten würden.

Der Geistliche Abdul Rashid Ghazi hatte in der Nacht als Gegenleistung für eine Kapitulation freies Geleit für alle Anhänger gefordert. Die Regierung wies dies jedoch als unannehmbar zurück. Die den afghanischen Taliban nahe stehenden Islamisten haben sich seit Tagen in der Moschee verschanzt, im Zuge der Auseinandersetzungen sind bislang 19 Menschen ums Leben gekommen.

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