Pakistan
Taliban enthaupten zwei Regierungsvertreter

Im umkämpften pakistanischen Swat-Tal haben Taliban-Rebellen zwei Regierungsvertreter geköpft. Die Enthauptungen seien die Rache für die Tötung von zwei Taliban-Kommandeuren, sagte ein Sprecher der Extremisten.

HB MINGORA. Die beiden Regierungsvertreter seien nach Angaben der Polizei in der Provinzhauptstadt Mingora entführt und am Samstagabend in dem 18 Kilometer nördlich von Mingora gelegenen Dorf Khuwaza Kheil geköpft worden. Ihre Körper seien anschließend von den Taliban an den Straßenrand geworfen und später von Rettungskräften geborgen worden, hieß es weiter. Mitte kommender Woche treffen sich Pakistans Präsident Asif Ali Zardari und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai mit US-Präsident Barack Obama, um über die Zerstörung der Rückzugsgebiete von Al-Kaida und Taliban im Grenzgebiet beider Länder zu beraten.

Das Swat-Tal liegt im Nordwesten des atomar bewaffneten Pakistans im Grenzgebiet zu Afghanistan. Nach der Einführung des islamischen Rechts in der Region befanden sich die radikal-islamischen Taliban hier auf dem Vormarsch. Die Regierung in Islamabad hat am 26. April eine Offensive gegen die Extremisten gestartet.

Auch in Afghanistan selbst nimmt die Unruhe zu. Bei einer Reihe von Kämpfen sind in den vergangenen 48 Stunden rund 30 Aufständische getötet worden. Nach Angaben der US-Armee starben 19 Rebellen bei Militäraktionen am Freitag und Samstagmorgen in der nordöstlichen Provinz Kunar. In derselben Gegend waren am Freitag drei US- und zwei lettische Soldaten sowie vier afghanische Soldaten und ein Übersetzer bei einem Angriff von Aufständischen auf einen abgelegenen Vorposten getötet worden. Es handelte sich um den schwersten Angriff auf ausländische Truppen seit August 2008. Damals waren zehn französische Soldaten getötet worden. Seit Anfang 2009 starben 96 ausländische Soldaten in Afghanistan.

Am Samstag töteten afghanische und US-Soldaten in der südlichen Provinz Helmand fünf Aufständische. Sechs bis sieben Taliban starben in der Nacht zum Samstag in der angrenzenden Provinz Kandahar bei einem Luftangriff auf ihren Pick-up, wie der Geheimdienstchef der Provinz, Abdullah Chan, mitteilte. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde zudem in der Provinz Paktika ein "Terrorist" getötet. Keine der Angaben konnte von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Bei einem Bombenanschlag auf ihr Fahrzeug starben am Samstagmorgen der Polizeichef des Bezirks Farsi in der westlichen Provinz Herat sowie sein Leibwächter, wie das Innenministerium in Kabul mitteilte. Für den Anschlag, bei dem sechs Polizisten verletzt wurden, seien Aufständische verantwortlich.

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