Pakistan
Taliban-Führer entging Angriff nur knapp

Bei einem vermutlich von US-Truppen ausgeführten Luftangriff in Pakistan sind nach Angaben vom Mittwoch etwa 80 Menschen ums Leben gekommen. Aus Geheimdienstkreisen verlautete, der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud sei dabei offenbar nur knapp davongekommen.

HB ISLAMABAD. Er habe am Dienstag an einer Trauerprozession in Süd-Waziristan teilgenommen, kurz bevor in der Nähe Raketen eingeschlagen seien. Bei dem Angriff seien mehrere ranghohe Taliban getötet worden, hieß es.

Der Polizeichef von Islamabad, Kalim Imam, meldete unterdessen die Festnahme von 25 Verdächtigen, die Terroranschläge geplant hätten und für Anschläge im ganzen Land verantwortlich seien. Gute Geheimdienstarbeit habe zu den Festnahmen geführt, sagte Imam. Innenminister Rehman Malik sagte, zwei seien schon vor drei Tagen festgenommen worden, weil sie einen Anschlag auf das Parlament und den Geheimdienst geplant hätten.

Taliban-Chef Mehsud besuchte zwei Geheimdienstmitarbeitern zufolge am Dienstag das Dorf, in dem die Trauerfeier für die Opfer eines anderen Raketenangriffs stattfand. Als die von einer Drohne abgefeuerten Geschosse einschlugen, sei er allerdings schon außer Reichweite gewesen. Qari Hussain, ein Vertrauter Mehsuds wies dies zurück. Mehsud habe sich zum fraglichen Zeitpunkt an einem anderen Ort aufgehalten. Hussain räumte ein, dass bei dem Angriff vier oder fünf Taliban-Kämpfer ums Leben kamen.

Mehsud, der rund 12 000 Kämpfer befehligen soll, wird für zahlreiche Bomben- und Selbstmordanschläge verantwortlich gemacht. Auch in die Ermordung eines rivalisierenden Taliban-Führers soll er verwickelt sein. Er ist Ziel einer Offensive des pakistanischen Militärs in der Region Süd-Waziristan, die an Afghanistan grenzt.

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